Aachen: Künstler Señor Schnu: Jetzt kommt Farbe in Baustellen

Aachen: Künstler Señor Schnu: Jetzt kommt Farbe in Baustellen

Blumig, golden und freundlich kommt das Baustellen-Materiallager am Klosterplatz bald daher. Verantwortlich für die elegante Gestaltung ist der Monschauer Künstler Señor Schnu, der im Auftrag von Stawag und Domkapitel die Blicke auf den Bauzaun zieht.

Besonders bekannt ist er durch seine farbenfrohen Eis am Stiel-Aufkleber und große Moos-Graffiti Arbeiten. „Bonjour Aix-la-Chapelle“ ruft es nun in goldenen Lettern auf schwarzem Hintergrund vom Bauzaun, in verschiedenen Designs. Teils sind sie Mustern aus dem Dom nachempfunden, teils kommen Stawag-nahe Elemente, wie Wasser zur Geltung.

Señor Schnu bestimmte mit, was den Aachenern und Touristen gezeigt werden soll. Das Baustellenmaskottchen Emil Erdmann hat es nur im Kleinformat auf den Bauzaun geschafft. Bonjour, das rufe sein Eis den Betrachtern schon oft zu und Aix-la-Chapelle sei einerseits ein schöner Begriff, andererseits passe er wunderbar zur Grenzregion, erklärt Señor Schnu.

Dass Baustellen sowohl für Touristen, als auch für Bürger und Unternehmer ein Ärgernis sind, ist der Stawag durchaus bewusst. Seit einiger Zeit bemüht sie sich allerdings, die großen Bauzäune ansehnlicher zu machen. Besonders im historischen Stadtkern, in dem viele Touristen ein „schönes Aachen“ erwarten, wurde in der Vergangenheit beispielsweise mit den sprechenden Knochen über Ausgrabungen im Hof informiert.

Mit dieser Strategie geht die Stawag immer wieder neue Wege und ist mitunter Vorbild für Kollegen aus umliegenden Kommunen. „Wenn schon in der Innenstadt gebaut werden muss, dann wenigstens in einer Art und Weise, in der es trotzdem schön aussieht“, erklärt David Lulley, zuständig für die Baustellenkommunikation der Stawag. Mehr noch, der Bauzaun wird in Aachen zu einem touristischen Anziehungspunkt und nun auch zum Förderer von Street Art.

Auch das Domkapitel freut sich über diese Initiative. „Die unterirdische Erneuerung ist eine Notwendigkeit, die der Umwelt dient. Dass sich der Dom trotz der Baumaßnahmen in einer attraktiven Umgebung präsentieren kann, freut mich sehr“, erklärt Dompropst Manfred von Holtum.

Mit einer goldenen Graffitifarbe trägt Señor Schnu teils frei Hand, teils mithilfe von eigens angefertigten Schablonen mit einem kleinen Stift auf. Eine Arbeit, die Zeit braucht. Wer den Künstler live beim kreativen Schaffen beobachten möchte, kann das mit etwas Glück noch eine Woche lang ab 14 Uhr bis die Sonne untergeht tun.