Aachen: Künstler erschaffen eine etwas andere „Mahlzeit“

Aachen: Künstler erschaffen eine etwas andere „Mahlzeit“

Kopfsalat, der toll aussieht, gibt es nicht nur im Supermarkt, sondern ab Sonntag, 18. März, auch im Atelierhaus in Aachen — essen sollte man diesen allerdings nicht. Stefan Gross, Künstler aus Rotterdam, sieht den Kopfsalat in den Niederlanden als ein industrielles Produkt an, das meistens eine weniger gute Qualität habe, aber wenigstens prima aussehe.

Dies diente ihm unter anderem als Inspiration dafür, aus thermoplastischem Kunststoff beispielsweise Kopfsalat nachzubilden der aber nicht wie ein „klassischer“ Kopfsalat aussieht. „Ich will Fehler und Abweichungen zeigen, es soll echt aussehen, aber eklige Aspekte aufweisen“, so Gross. Für ihn seien gerade die abstoßenden Dinge diejenigen, die die Anziehungskraft ausmachen. Neben der grünen Salatkreation erschuf Gross auch Brokkoli in verschiedenen Farben oder konstruierte Objekte aus Pommes Frites.

Zu Beginn arbeitete er mit vorgegebenen Formen, später wechselte er dazu, alles mit den Händen zu gestalten. „Nach dem Erhitzen lässt sich thermoplastischer Kunststoff mit den Händen formen, jedes Blatt wird so einzigartig“, erklärt er.

In der Ausstellung „Mahlzeit“ im Atelierhaus Aachen hat die Aachener Künstlerin Monika Radhoff-Troll eine Rauminstallation mit den Objekten des niederländischen Künstlers Gross umgesetzt. Monika Radhoff-Troll erklärt, dass sie das Raumkonzept schon seit 1985 beschäftigte. Erdbeeren, die schon vor der Saison in Treibhäusern gezüchtet werden, inspirierten sie.

Stefan Gross war von Anfang an ihr Favorit. Beide arbeiten mit Kunststoff, Gross mit thermoplastischem Material, das dennoch biologisch abbaubar sei, Radhoff-Troll setzt vor allem auf recycelten Kunststoff.

Grenzüberschreitend arbeiten

Die Zusammenarbeit findet im Rahmen der „Plattform Euregio 2“ statt, ein 2017 ins Leben gerufenes Projekt, das künstlerischen Austausch und grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Belgien, den Niederlanden und Deutschland fördert. Das Atelierhaus Aachen logiert seit einem Jahr im Depot, Talstraße 2. Das Depot vernetzt Akteure aus sozialen Bereichen, aber auch aus dem kreativen und kulturellen Bereich.