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Kontrolle von Eisdielen: Kühler Gaumengenuss ohne Reue

Kontrolle von Eisdielen : Kühler Gaumengenuss ohne Reue

Auch in Eisdielen kontrolliert das städteregionale Amt für Verbraucherschutz regelmäßig Hygiene und Qualität der Lebensmittel. Was gerade jetzt an den heißen Tagen von Bedeutung ist.

Hörnchen oder Becher? Ganz klassisch eine Kugel Schokolade, Sahne-Grieß mit Himbeere und einer Prise Zimt oder ein riesiger Bananen-Split? Das kommt ganz auf den Geschmack an, aber eins ist klar: Wenn es heiß ist, schmeckt ein Eis am besten. Speiseeis ist ein hochwertiges und sensibles Lebensmittel. Damit man es unbeschwert genießen kann, müssen die Betreiber von Eisdielen bei der Herstellung, Lagerung und natürlich in Sachen Hygiene einiges beachten. Sie gehören zu den Betrieben, die Lebensmittelkontrolleurin Heidi Basten und ihre Kollegen vom Amt für Verbraucherschutz, Tierschutz und Veterinärwesen regelmäßig unangemeldet besuchen.

Dabei überprüfen sie unter anderem die Betriebshygiene sowie die Kennzeichnung des Speiseeises. Außerdem nehmen sie Proben, die im Labor zum Beispiel auf Keime untersucht werden. „In den meisten Fällen gibt es keinen Anlass zur Kritik. Und falls doch, muss sofort nachgebessert werden“, betont Dr. Mathias Boese, der die Lebensmittelüberwachung leitet.

Eigene Beurteilung

Der Verkaufsraum ist der Teil der Eisdiele, in dem man sich auch als Kundin oder Kunde ein Bild machen kann: „Ob die Eisdiele und auch die Menschen, die dort arbeiten, gepflegt und sauber aussehen, kann man selber feststellen und beurteilen“, so Heidi Basten. „Verbraucher können außerdem darauf achten, ob das Eis an der Oberfläche angeschmolzen ist – das sollte nicht so sein“. Ob in der Kühlvitrine wirklich sachgemäß gekühlt wird, misst Basten mit dem Thermometer genau nach und prüft außerdem, ob Kaffeemaschinen, Sahnespender und andere Geräte sauber sind. Die Eisportionierer sollten nicht in einen Becher mit schmutzigem Wasser stehen oder mit einem Lappen abgewischt werden. Am besten sollten sie in einem Behälter in fließendem Wasser gereinigt und aufbewahrt werden.

Gutes aus dem Eislabor

Dann geht es ins „Eislabor“, das Herz jeder Eisdiele. Hier werden die verschiedenen Sorten hergestellt, ob nach geheimen, mit der Hand geschriebenen Familienrezepten oder als ganz neue Kreation der jeweiligen Saison. Wichtig ist, dass empfindliche Zutaten wie Milch, Sahne oder Eier für die Eisproduktion zuvor pasteurisiert wurden. Das Eis muss sofort auf minus 18 Grad Celsius herunterkühlt und auch bei dieser Temperatur gelagert werden. Auch hier müssen die Mitarbeiter beispielsweise regelmäßig die Temperatur der Kühl- und Tiefkühlschränke überprüfen und dokumentieren. Trockene und ungekühlte Zutaten müssen ebenfalls sauber, sachgerecht und gut verschlossen gelagert werden. Wenn die Eisdielenbetreiber Fragen haben oder einen Tipp brauchen, hilft Basten gerne weiter. „Wir kontrollieren nicht nur, sondern können aus unserer Erfahrung auch viele Hinweise geben, zum Beispiel wenn wir irgendwo eine kluge Lösung gesehen haben.“

Notfalls sofort handeln

Werden Mängel festgestellt, müssen die Eisdielenbetreiber sofort handeln. Sonst droht ein Bußgeld oder in gravierenden Fällen sogar die Schließung des Betriebs. In der Regel gibt es aber – wenn überhaupt – nur kleinere Beanstandungen, die schnell behoben werden können. „Die Betreiber sind meist hoch professionell aufgestellt und sehr engagiert“, lobt Heidi Basten. Eisfreundinnen und -freunde können sich also darauf verlassen, dass die Kugeln im Hörnchen nicht nur lecker, sondern auch qualitativ hochwertig und sicher sind.

(red)