Aachen: Krypta von St. Gregorius wird zur Grabeskirche umgebaut

Aachen: Krypta von St. Gregorius wird zur Grabeskirche umgebaut

Die Grabeskirche St. Josef ist vielen als Ort neuer Bestattungsformen bekannt und gewissermaßen ein Erfolgsmodell geworden. Eine Kirche nicht nur als Ort der Trauerpastoral, sondern auch als würdiger Ort der Bestattung ist für viele Hinterbliebene plausibel. Die Idee, auch in St. Gregorius die Unterstützung Trauernder und die Aufbewahrung der Urnen zu kombinieren, wurde bereits 2014 geboren.

Die Kirchen St. Gregorius am Jahnplatz, St. Johann und St. Michael in Burtscheid und Herz-Jesu im Frankenberger Viertel gehören zur Gesamtpfarrgemeinde St. Gregor von Burtscheid. Sparvorgaben des Bistums sahen vor, dass eine der vier Kirchen nicht mehr weiter finanziert und geschlossen werden sollte. Die Gremien der vier Teilgemeinden setzten sich zusammen und beschlossen nun, dass jede Teilgemeinde zukünftig je ein Viertel ihrer Kosten über neue Kanäle finanzieren wolle um so alle Kirchen bewahren zu können.

In einer Zukunftswerkstatt der Gemeindemitglieder wurden dann Konzepte geschmiedet. Zur Zeit ist die Planung, dass St. Michael eine Kooperation mit dem Marienhospital eingeht und als Gemeinde- und Krankenhauskirche genutzt wird.

St. Johann wird zu einer Passantenkirche. Bisher in gut vermietbaren Wohnhäusern untergebrachte Büros von Mitarbeitern der Pfarre wandern in die Kirche und sind da gut erreichbar. Gleichzeitig soll es in St. Johann Angebote für Passanten geben. Die Kirche Herz-Jesu soll für die Kinder- und Jugendarbeit genutzt werden.

Einen besonderen Plan gibt es für St. Gregorius: Die Kirche soll ganz aus der Finanzierung des Bistums herausfallen und sich ausschließlich über das Kolumbarium und seine etwa 780 Urnengräber finanzieren. Sie soll Gemeindekirche bleiben, doch in besonderem Maße für Trauergottesdienste zur Verfügung stehen. Nun wird die Krypta umgebaut, um ein Raum christlicher Bestattungskultur zu werden.

Die Architektin Eva von der Stein bildet durch eine kreisrunde Struktur in drei Teilen einen Raum im Raum. Die Kreissegmente aus Buche werden die Urnen aufnehmen. Die sind aus geschwärztem Stahl mit goldener Inschrift. Alle Einbauten sind reversibel und wahren die Identität der Unterkirche. Es wird einen Raum für Gespräche geben, einen Raum für Blumenpflege und eine neue Toilettenanlage. Im Urnenraum selbst ist eine Nische mit dem Totenbuch und einem Fürbittbuch vorgesehen, ein Ort stiller Besinnung. Die Anlage kann vom Kirchenvorplatz aus durch eine neue Tür betreten werden.

Der Vorplatz wird umgestaltet. Vor der Türe entsteht mit einigem Abstand eine Mauer, dem Verlauf der Kirchenwand folgend, die den besonderen Schutz des Ortes noch einmal betont. Ein kleiner Wermutstropfen im Umbau: Es fallen Parkplätze weg, und der kleine Wochenmarkt am Mittwoch findet nicht mehr statt.

Eine Mischung aus Fremd- und Eigenkapital sowie ein einmaliger Zuschuss des Bistums für eine letzte Renovierung der Oberkirche St. Gregorius machen die Finanzierung aus. Die gesamte Baumaßnahme wird etwa anderthalb Millionen Euro kosten.

Danach sollen sich Kirche und Kolumbarium selbst tragen. Pfarrer Frank Hendriks, Gemeindereferent Christoph Urban und Vertreter der Gemeinde betonten, dass intensive gemeinsame Überlegungen dazu geführt hätten, den Umstrukturierungsprozess in St. Gregor von Burtscheid nicht defizitär gestaltet zu haben, sondern mit neuen Chancen für die ganze Pfarrgemeinde.

Hendriks sagte bei der Vorstellung der Pläne: „Unsere vier Gemeinden planen ihre Entwicklung in Gemeinschaft. Dieses Projekt ist ein Erfolg dieser Solidarität und ein gutes Zeichen für die Gestaltung der Zukunft.“

Die Planungen sind abgeschlossen, im Herbst beginnen die Baumaßnahmen. Schon ein Jahr später soll das Kolumbarium zur Verfügung stehen.

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