Aachen: Krüzzbrür übertreffen sich mal wieder selbst

Aachen : Krüzzbrür übertreffen sich mal wieder selbst

Einmal mehr übertraf sich der Pfarrausschuss von Heilig Kreuz, bekannt als „de Krüzzbrür“, mit dem Programm seines Herbstfestes in den „Katakomben“ der Katholischen Hochschulgemeinde.

Kreischendes Gelächter wechselte mit immer wieder aufbrandendem Applaus. Das jährlich stattfindende Herbstfest ist ein Geschenk des beliebten Kabarettisten Wendelin Haverkamp, von ihm ins Leben gerufen 2000 als Dank für den Krüzzbrür-Orden, der ihm damals verliehen wurde. Seitdem findet diese Benefizveranstaltung für soziale und kulturelle Aufgaben der Gemeinde Heilig Kreuz statt.

In der unterhaltsamen Moderation von Herbert Steins eröffnete der „Erste Aachener Ausschuss-Chor“ stimmgewaltig mit Volks- und Wanderliedern den ersten Programmteil, wurde dabei von Thomas Linder auf dem Akkordeon begleitet und animierte das Publikum zum Mitsingen. Den nächsten Trumpf lieferte viel belacht „d’r Huusmeäster“ Manni Savelsberg, der „sachkundig“, ausgelassen und viel belacht über die „Genforschung bei Mann und Frau“ plauderte.

Älteste „Boygroup“

Als älteste „Boygroup“ Aachens erklommen die Tempelsingers auf „heimischem Boden“ mit einem Lied über die großen und kleinen Sünden des Lebens die Bühne, um damit daran zu erinnern: „Weit ist der Weg nach Kevelaer“. Eine Spezialität ihres Repertoires sind Gospels und Spirituals, ebenso aber auch Lieder der „Bläck Fööss“. Auch mit einem aktuellen Bekenntnis ließen die „Tempelsingers“ aufhorchen: „Unsere Aufgabe ist es, die, die es nötig haben aufzunehmen, damit sie es auch gut haben“.

Der Sessionsorden 2016 der Krüzzbrür, der die Abbildung des ehemaligen Chemischen Laboratoriums der Technischen Hochschule zeigt, war Mittelpunkt des Vortrags von Prof. Dr. Max Kerner. „Mit leidenschaftlichem Feuer und in seiner legendären Redegewandtheit“ — wie es der Moderator ankündigte —, erinnerte Kerner als Historiker daran, dass es sich 1870 bei der Errichtung der Technischen Hochschule, um eine „preußisch-protestantische Gründung im katholischen Aachen“ gehandelt habe.

„Das moderne i-Dötzchen“

Nach der Pause gehörte die Bühne Haverkamp selbst, am Keyboard begleitet von Freddy Matulla. Mit beiden blieb der Unterhaltungspegel des Abends auf gleich hohem Niveau, schoss aber immer wieder in die Höhe. Das „moderne i-Dötzchen und die innovative Schulpolitik“ nahm Haverkamp als erstes unter die Lupe, stimmte dann ein Lied zur Rechtschreibreform an, das nur so vor falscher Grammatik strotzte.

Melancholie und Besinnlichkeit rief Haverkamps Lied: „In d’r Nohbarschaff“ hervor, bis das Duo dann mit dem Weißen Elefanten und die Anfänge des Schützenwesens in die Aachener Geschichte vordrang. Stürmischer Beifall und anerkennende Pfiffe waren garantiert. Als ein Abend der Besinnlichkeit schloss das Programm mit dem erneuten Auftritt des Ersten Aachener Ausschuss-Chores, der sein Heimatbekenntnis ablegte: „Ich Aachen, da möcht’ ich begraben sin“.

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