Aachen: Krüzzbrür-Orden: Der OB braucht eine gute Portion Humor

Aachen: Krüzzbrür-Orden: Der OB braucht eine gute Portion Humor

Bonmots und Geistesblitze prägten bei der Sessionseröffnung des Pfarrausschusses Heilig Kreuz wie gewohnt die Atmosphäre. Kein Wunder, waren doch allein 18 Träger des Krüzzbrür-Ordens präsent, die sich - entsprechend der Ordensregel - durch eine besonders humorvolle Verhaltensweise auszeichnen.

Und in diese Riege honoriger und humoriger Herren wird nun in dieser Session auch OB Marcel Philipp eingereiht. Das verkündete der neue Vorsitzende des Pfarrausschusses, Franz-Josef Staat. Philipp wird damit der 40. Träger des Krüzzbrür-Ordens. Die Verleihung erfolgt am 10. Januar 2012 traditionsgemäß beim Herrenabend der Krüzzbrür in der Gaststätte „Am Knipp”.

Bevor jedoch der Schlagabtausch voller Esprit und Heiterkeit unter den Krüzzbrürn als eine Art Gratulationscour für den designierten Ordensträger losging, frönten alle dem traditionellen Festmahl: „Dicke Bohnen mit Schinken”. Amüsiert lauschten sie dann einem Gedicht des Aachener Heimat-Poeten Ferdinand Jansen, eines Zeitgenossen Goethes, der sein „Ledchen op dicke Bonnen” mit dem weisen Rat enden ließ: „Drinkt merr bei Schenk en dicke Bonnen en gau Putelgen Moselwin!”

Es war dem Großmeister der jüngeren Generation im Öcher Platt, Dr. Karl Allgaier, zu verdanken, dass er so klangvoll das in Alt-Öcher Platt verfasste Gedicht vortragen konnte. Nicht weniger amüsant führte anschließend Leo Bardenheuer durch das Programm. Nach vierjähriger Amtszeit als Vorsitzender des Pfarrausschusses hatte er kürzlich diese Aufgabe „in jüngere Hände” gelegt und so dankte ihm Franz-Josef Staat mit den Worten: „Du hast den Pfarrausschuss auf einen neuen, zeitgemäßen Weg gebracht und unsere Aufgaben und Ziele teilweise neu ausgerichtet.”

„Marcel Philipp ist ein guter Kandidat für den Krüzzbrür-Orden und wir freuen uns, dass er ohne Überlegung zugesagt hat”, wandte sich Bardenheuer an den mit Gattin Gaby anwesenden OB. Dieses Amt sei nicht immer nur lustig. So könne er sogar ein „verbissener Mensch” sein, wenn es um die Städteregion gehe. Selbst wenn diese auch Vorteile bringe, dürfe Aachen nicht als Oberzentrum vergessen werden, stellten sich die Krüzzbrür an seine Seite.

Eine Kostprobe seines Humors lieferte der OB: „Da ich nur einen Terminkalender für Dienstliches und Privates führe, habe ich für den heutigen Abend eingetragen: ,Wie gewohnt mit Speck. Damit konnten meine Mitarbeiter dann auch nichts anfangen.” Mit Luther-Zitaten, Ausführungen zu Kaiser Karl und dem Oktogon bis hin zu einer Päpstin Jutta im frühen Mittelalter entwickelte sich ein reger Schlagabtausch.

Bis es plötzlich zu einer ganz neuen Debatte kam. Da warf doch tatsächlich eine Vertreterin des weiblichen Geschlechts die Frage auf, ob bei den Krüzzbrürn ein Umdenken gegenüber den Frauen in ihrer Runde im Gange sei. Den Auslöser dazu hatte Bardenheuer selbst gegeben, als er auch die anwesenden Damen aufgefordert hatte, dem designierten Ordensträger zu gratulieren. Nun also auch noch ,Krüzzbrürschwestern? Plötzlich herrschte ein karnevalistisch heiterer Ausnahmezustand und die Herren flüchteten sich in ihr Ordenslied: „Trinkfest und arbeitsscheu...”

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