Aachen: Kritik an erneuter Langzeitbaustelle am Krugenofen

Aachen: Kritik an erneuter Langzeitbaustelle am Krugenofen

Zur Not wollen Anwohner und Einzelhändler sogar aus eigener Tasche Prämien an Baufirmen zahlen, wenn diese den Umbau des Krugenofens schneller bewältigen als bislang geplant. Denn nur drei Jahre nach der Großbaustelle am Krugenofen schauen alle zwischen Sebastianstraße und Hauptstraße/Burtscheider Straße erneut in die Röhre. Buchstäblich.

Rund ein Jahr lang will die Stawag ihre Kanalbauarbeiten fortsetzen und das Fernwärmenetz erweitern. „Schon das ist eine Katastrophe, kilometerlange Staus und erhebliche Umsatzeinbußen für uns alle sind programmiert“, sagt Josef Stenten, Inhaber des gleichnamigen Rewe-Marktes. Was den Geschäftsmann, weitere Einzelhändler und noch mehr Bewohner des Viertels entsetzt, ist zudem, dass die Stadt erst nach dem Abschluss der Tiefbaumaßnahme den sogenannten „Verkehrsraum“ neu gestalten will.

Das hieße: Nachdem die Stawag im Frühjahr 2015 die Asphaltdecke wieder geschlossen hat, würden Fahrbahn, Radwege, Parktaschen, Baumfelder etc. am Krugenofen modifiziert. Denn das ist seit Jahren erklärtes Ziel von Verwaltung und Politik. „Wir können nur nicht begreifen, warum dieser in ungewisser Zukunft im Anschluss geplante Straßenumbau nicht in die Stawag-Baumaßnahme eingebunden wird“, bemängelt Stenten.

An OB Marcel Philipp, Baudezernentin Gisela Nacken und den Vorstand der Stawag richten Stenten, Ursula Pott und Andreas Gülpen — sowie hunderte Bürger, die die Petition bereits unterschrieben haben — ihre Forderung so freundlich wie bestimmt in einem offenen Brief: „Wir bitten Sie recht herzlich, sich selbst der Angelegenheit anzunehmen, um sicherzustellen, dass möglichst eine Verkürzung der Baustellenzeit ermöglicht wird“, schreiben die Unterzeichner.

Und weiter: „Wir denken an eine Verzahnung der Bauarbeiten, die durch die Stawag und die Stadt Aachen vorgenommen werden. Wir sind sicher, dass durch eine gemeinschaftliche Planung sowohl Zeit als auch finanzielle Mittel eingespart werden können.“ Dafür würde man „einen Geldbetrag für jede Woche der Verkürzung der Bauzeit ausloben wollen“. Stenten und seine Mitarbeiter betonen aber auch, dass die Stawag bereits Entgegenkommen signalisiert habe.

So würde nun auch samstags gearbeitet, ein Mehrschichtbetrieb sei ebenfalls im Gespräch. Apropos: Um Klarheit — auch beim Zeitplan sämtlicher Maßnahmen am Krugenofen — aus erster Hand zu erhalten und Ideen zur Verkürzung der Bauzeit abzuwägen, treffen sich die Entscheidungsträger am Mittwoch, 14. Mai, um 16 Uhr zu einem Podiumsgespräch. Alle Bürger sind eingeladen.

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