Aachen: Krenkel: Bezirksbürgermeister entschuldigt sich schriftlich

Aachen : Krenkel: Bezirksbürgermeister entschuldigt sich schriftlich

Nachdem der Laurensberger Bezirksbürgermeister Christian Krenkel nach einer Unterredung mit CDU-Fraktionskollegen am Dienstagabend bereits mündlich von seinen umstrittenen Äußerungen beim Neujahrsempfang zurückgerudert war, ist nun auch eine schriftliche Entschuldigung erfolgt.

Per Pressemitteilung teilte Krenkel sein tiefstes Bedauern mit, sollte er mit seinen Worten Menschen „in ihren Empfindungen und Gefühlen gekränkt oder gar verletzt haben“.

Im Wortlaut angeführt wird auch die Redepassage, wegen der Vertreter von SPD und Grünen beim Empfang unter Protest den Saal verließen: „Ich fühle mich als Christ und kann in dem islamischen Glauben kaum Gutes erkennen: Das gibt mir aber nicht das Recht, die moslemischen Bürger zu verhöhnen oder ihren Propheten zu zeichnen, da sie das ja nicht wollen. So wie viele Staatsträger in den letzten Wochen bei den Anti-Pegida-Aufrufen eine hohe Toleranz gefordert haben, meine ich jetzt, sollten auch die moslemischen Bürger mehr Toleranz zeigen. Die Meinungsfreiheit ist in unserem Land ein hohes Gut, wir dürfen es nicht der Pegida oder den islamistischen Hasspredigern opfern.“

Krenkel war danach vorgeworfen worden, er fordere Toleranz, äußere sich selbst aber abfällig über den Islam und mache aus den Opfern des Pariser Terroranschlags — den Karikaturisten von „Charlie Hebdo“ — im gleichen Atemzug Täter.

Heute stelle er fest, schreibt Krenkel, dass seine „Wortwahl falsch war“ und zu Verletzungen und Irritationen führen könne. „Dies war nicht meine Absicht.“ Im Gegenteil habe er sagen wollen, dass Menschen, Kulturen und Religionen stets respektvoll miteinander umgehen müssten. Bloß: „Dies ist mir mit meiner Rede zweifelsfrei nicht gelungen.“

(os)