Aachen: „Kreativhaus” für Kinder auf alter Bahnhofsbrache?

Aachen: „Kreativhaus” für Kinder auf alter Bahnhofsbrache?

Kann auf dem Gelände des einstigen Moltkebahnhofs ein neuer Spiel- und Aufenthaltsort für Kinder und Jugendliche entstehen? Die Bleiberger Fabrik verfolgt diese Idee. Seit fast einem Jahr führt die Einrichtung Kinder und Studenten zusammen und sammelt grobe Entwürfe. Jetzt soll das Vorhaben konkretisiert werden.

Geringer Eingriff in die Natur

Leiterin Sibylle Keupen informierte Verantwortliche und Absolventen der Fachhochschule Aachen sowie der Handwerkskammer-Akademie Gut Rosenberg über die Details eines studentischen Ideenwettbewerbs.

Geplant werden soll ein „temporäres” Bauwerk, das dann „fünf bis zehn Jahre” stehen soll. Deshalb werden die Verwendung wiederverwertbarer Materialien und möglichst geringe Eingriffe in die Natur gewünscht. Das Häuschen sollte einen Multifunktionsraum (40 Quadratmeter), zwei Lagerräume (je 8), einen Technikraum (4) und eine Außenterrasse (40) umfassen und ans Stromnetz, nicht aber an die Kanalisation angeschlossen werden.

Wesentlich bestimmt werden sollen die Entwürfe von Ideen und Ansprüchen von Kindern. Dass diese oft nicht ganz so visionär ausfallen wie in Architektenträumen, stellte Sibylle Keupen bei mehreren Workshops mit Kindern und Studenten fest, die in den vergangenen Monaten in der Bleiberger Fabrik, in der Eifel und auf dem einstigen Bahnhofsgelände stattfanden. Auch Sebastian Schlecht vom beratenden Verein „Jugend-Architektur-Stadt” schilderte aus eigener Erfahrung, dass Kinder zunächst eher pragmatische Vorstellungen haben.

Eine Jury wird die Entwürfe im Mai bewerten und Preisgelder in Höhe von 1500 Euro verteilen. Dann soll der Theorie die Praxis folgen. Mit Verwaltung und Politik habe sie erste Gespräche geführt, sagte Keupen. Auch bestehe ein Austausch mit den Jugendeinrichtungen vor Ort.

Gesamtschule als Partnerin

Das Projekt solle in Partnerschaft mit der Maria-Montessori-Gesamtschule realisiert werden, die in unmittelbarer Nachbarschaft des ins Auge gefassten Baugebiets liegt. Die stellvertretende Schulleiterin Petra Cönen besuchte die Wettbewerbseröffnung. Mit im Planungsboot sitze neben der FH und der Handwerksakademie auch die RWTH. Keupen ist „zuversichtlich”, dass die Verantwortlichen grünes Licht für das geplante „Kreativhaus” geben und die Finanzierung mit Hilfe von Sponsoren und Fördertöpfen gelingt.

Die Anmeldefrist für den Wettbewerb ist auf den 24. Januar datiert. Informationen gibt es bei sibylle.keupen@bleiberger.de oder unter 0241/82064.