Kornelimünster: Korneli-Oktav in Kornelimünster: „Die Herzen der Pilger öffnen“

Kornelimünster: Korneli-Oktav in Kornelimünster: „Die Herzen der Pilger öffnen“

Mit einer Marienvesper wurde die diesjährige Korneli-Oktav am Samstag in der Propsteikirche in Kornelimünster eröffnet. Sie wurde zugleich zu einem kirchenmusikalischen Ereignis, das die Besucher am Ende zunächst lange tief durchatmen ließ — bevor dann anhaltender Beifall aufbrandete.

Unter dem Dirigat von Domkantor Marco Fühner erklang das Magnificat von Johann Sebastian Bach, ausgeführt von den 60 Sängern der Kantorei, einem Orchester mit 15 Streichern sowie Oboen und Querflöten, Trompeten und einer Pauke.

Vor allem faszinierten die vier begnadeten Gesangssolisten: Maria-Regina Heyne (Sopran), Silke Schimkat (Alt), Martin Endrös (Tenor) und Christian Brülls (Bass). Das Magnificat, als ein Lobgesang der Maria, hat von alters her seinen liturgischen Ort in der Vesper und ist durch seinen Einfallsreichtum und die prägnante Kürze seiner Sätze eine nicht alltägliche Meisterleistung Bachs, so die Meinung nicht nur der Kirchenmusiker.

Premiere zum Beginn

„Es ist das erste Mal, dass wir zu Beginn einer Festwoche zu Ehren des Hl. Kornelius die Oktav mit einer großen Vesper beginnen. Wir wollen damit die Herzen der Pilger öffnen, so wie vor einer Woche im Inda-Gymnasium gemeinsam mit den Flüchtlingen“, sagte Propst Dr. Ewald Vienken einleitend. Mit dem gemeinsamen Gesang des Korneliusliedes „O Gott komm mir zu Hilfe“ fand die liturgische Eröffnung statt.

In seiner Predigt sagte der Propst, dass es nicht nur darauf ankomme abzugeben, sondern vielmehr sich selbst zu geben. Wie in der Zeit, in der Kornelius lebte und in den Jahren von 250 bis 252 Papst in Rom war und Menschen, die sich aus Angst vor Verfolgung vom Glauben getrennt hatten, doch wieder vor den Türen der Kirche standen, um aufgenommen zu werden. „So stehen ähnlich heute Menschen vor den Türen Europas, und wir sollten sie öffnen wie es damals Kornelius als Papst tat und wieder die Türen der Kirche für die Abtrünnigen öffnete“, sagte Vienken.

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