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Die Woche in Aachen: Konfrontation trotz Koalition

Die Woche in Aachen : Konfrontation trotz Koalition

Die Woche in Aachen hat gezeigt: Ein Ja zur grün-roten Koalition bedeutet nicht, dass SPD und Grüne jetzt auf Kuschelkurs gehen. Ob das für eine konstruktive Zusammenarbeit spricht, fragt sich unsere Redakteurin Annika Kasties.

Kuschelkurs sieht anders aus. Wer gedacht hat, dass sich die Aachener Genossinnen und Genossen fortan mit ihrer Kritik an Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen zurückhalten würden, wurde jetzt eines Besseren belehrt. Das Ja zur Koalition mit den Grünen schließt ein Ja zur Konfrontation mit der von den Grünen ins Rennen geschickten Oberbürgermeisterin augenscheinlich nicht aus.

Das ist am Mittwoch beim Unterbezirksparteitag mehr als deutlich geworden. Von fehlender „politischer Führung“ war da die Rede; von einer Verwaltung, die sich im Klein-Klein verliert anstatt die „großen Themen“ anzupacken. Dass exlizit betont werden muss, dass der Koalitionsvertrag zwischen zwei Fraktionen und nicht mit der Verwaltung geschlossen werden soll, zeigt, wie tief der Ärger über Keupen sitzt.

Ob so viel Distanz zur Oberbürgermeisterin einer konstruktiven Zusammenarbeit mit den Grünen zuträglich ist? Es bleibt spannend. An diesem Samstag stimmen die Grünen über den Koalitionsvertrag ab. Offiziell kann die Zusammenarbeit dann am Montag besiegelt werden. Dann kann die Arbeit endlich losgehen. Auf der Agenda stehen genug Themen, die zum Wohle der Menschen in unserer Stadt angepackt werden müssen. Bildung, Mobilität, Klimaschutz. Die Zeit rennt. Im Herbst 2025 steht die nächste Kommunalwahl an – mit dann vielleicht schon wieder neuen Verhältnissen im Stadtrat.

Neue Verhältnisse wünschen sich auch zahlreiche Menschen für das alte Karmelitinnen-Kloster an der Lousbergstraße – wenn auch die jeweiligen Vorstellungen durchaus unterschiedlich ausfallen. Seit mehr als einem Jahr besetzen Aktivistinnen und Aktivisten das denkmalgeschützte Gebäude in Aachen. Sie wünschen sich dort einen Ort der Begegnung, eine kulturelle Stätte.

Seit ein paar Monaten steht es um die Begegnungen allerdings nicht sonderlich gut. Wenn kein Strom fließt – weil dafür keine Rechnungen bezahlt wurden – und es früher dunkel wird, wollen verständlicherweise nicht allzu viele Menschen in einem rechtswidrig besetzten Gebäude mit dicken Mauern Salsa tanzen oder Lesungen hören.

Neue Verhältnisse in dem Kloster wünschen sich auch diejenigen, die die Immobilie endlich unter den Hammer bringen wollen. Die Besetzung des Klosters habe allerdings ein „geordnetes Bieterverfahren unmöglich gemacht“, sagt eine Sprecherin von CR Investment Management, die dem Insolvenzverwalter bei der Veräußerung des GPG-Immobilienportfolios behilflich ist.

Auf ein Leben ohne Strom – wenn auch nur vorübergehend und rein hypothetisch – bereitet sich auch die Stadt Aachen vor. Für einen längeren Blackout will – und muss – man gerüstet sein. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Wahrscheinlich ist ein 72 Stunden langer Stromausfall nicht. Darin sind sich Experten einig. Dass sich die Stadt und allen voran die Feuerwehr mit einem solchen Szenario auseinandersetzt, ist dennoch wichtig. Und sicherlich schadet es auch nicht, wenn man weiß, wo zu Hause eine Taschenlampe verstaut ist. Für den Fall der Fälle und ohne Panik.

In diesem Sinne: Haben Sie ein entspanntes Wochenende!