Aachen: Kommissare aus dem Tatort in Aachen zu Gast

Aachen: Kommissare aus dem Tatort in Aachen zu Gast

Prominenter Besuch im Aachener Grenzlandtheater: Die beiden Schauspieler Dietmar Bär und Klaus J. Behrendt, aus dem Fernsehen bekannt als Kölner „Tatort”-Ermittler, besuchten am Samstagmittag die Traditionsbühne in der Elisengalerie.

Dort durften sie für ihren Verein „Tatort - Straßen der Welt” einen Scheck über 1000 Euro in Empfang nehmen. Das Geld war durch Spenden zusammengekommen, die die Aachener Schüler-Theatergruppe „Hot Spot” bei vier Aufführungen im Aachen-Fenster gesammelt hatte. Mit dem Geld soll nun der Bau eines „Girls Home” für 35 Mädchen unterstützt werden.

Den Kampf für die Wahrung der Rechte von Kindern in aller Welt haben die beiden TV-Kommissare in den Mittelpunkt ihrer Charity-Arbeit gerückt. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden Ingi Ferrari und Koordinatorin Ulrike Thönniges, beide ebenfalls zu Gast im Grenzlandtheater, haben sie in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte auf den Weg gebracht.

Initialzündung in Manila

Initialzündung war einst ein Schlüsselerlebnis: Die direkte Konfrontation mit dem Elend und den Lebensumständen, unter denen viele Kinder auf den Philippinen leben müssen.

„Als wir 1997 zu Dreharbeiten auf den Philippinen waren, hat es uns gepackt”, erzählt Dietmar Bär, der im wahren Leben sein Haar ein wenig länger trägt, als er es in der Rolle des impulsiven Freddy Schenk tut. Und er fügt hinzu: „Das Schicksal der Kinder dort hat uns einfach nicht mehr losgelassen. Uns war schnell klar: Wir müssen selbst was tun.”

Damals wurde die Tatort-Episode „Manila” eben dort in der philippinischen Hauptstadt gedreht. Sichtlich bewegt berichten die beiden sympathischen Mimen von Straßenkindern, die in Pappkartons hausen. Und von Mädchen, die sexuell traumatisiert sind, weil sie zur Prostitution gezwungen werden. „Das ist ein großes Problem im ganzen Land”, weiß Klaus J. Behrendt.

Von den von ihnen unterstützten Projekten machen sich Bär und Behrendt regelmäßig vor Ort ihr eigenes Bild. Für die beiden Schauspieler selbstverständlich. „Mal ehrlich, man will doch wissen, wo das Geld landet”, betont Klaus J. Behrendt, sonst als Max Ballauf der eher rationale Teil des Kölner Tatort-Duos.

Wenn er über das Engagement, über die Arbeit vor Ort spricht, blitzt es in seinen Augen. Die Spendenaktion der jungen Aachener Theatergruppe kann der in Hamm geborene Mime nicht genug loben: „Ich hatte in eurem Alter kein Bewusstsein für sozial benachteiligte Menschen. Das spricht nicht für mich, dafür umso mehr für euch”.

Anstatt der üblichen Bratwurst zum Bier gab es allerdings für die beiden TV-Kommissare nach getaner Arbeit an diesem Tag in Aachen Prosecco und Baguette.