Kommentiert: Peinliche Posse

Kommentiert: Peinliche Posse

Dilettantisch ist das, was die Stadt in Sachen Münsterwald abgeliefert hat. OB Marcel Philipp und Dezernentin

Gisela Nacken sagen das zwar nicht so, doch angesichts ihrer gestrigen Worte müsste ihnen das selber klar sein.

Da wird von bisher „guter Zusammenarbeit“ mit den Naturschutzverbänden geredet, die man dann kurzerhand per Pressemitteilung überfahren hat. Eine taktische „Meisterleistung“. Ebenso die Aussage, man habe es doch mit der „frühzeitigen“ Ankündigung der Rodung auch noch gut gemeint und eben keine „Nacht- und Nebelaktion“ starten wollen. Da fehlen einem die Worte.

Jetzt will man „absolute Rechtssicherheit“, jetzt kann auch nach dem 28. Februar gefällt werden (wenn kein Nest im Baum ist), jetzt wird es notfalls später mit dem Bau der Windanlagen — weil man jetzt Angst hat, die Sache vor Gericht um die Ohren gehauen zu bekommen. Dem Nabu sei Dank für seine Wachsamkeit. Dem Normalbürger lässt sich diese peinliche Posse indes kaum erklären. Hoffentlich tritt wenigstens ein Lerneffekt ein. Dem vom Rat gesteckten Ziel, die Windkraft in Aachen zu fördern, hat man zunächst jedenfalls einen Bärendienst erwiesen.

Nur nebenbei: Während die Verwaltungsspitze im Rathaus den geordneten Rückzug antrat, wurden im Münsterwald Bäume gefällt. Normale Waldarbeiten. Das passt aber zu dem, was die Verwaltung in den vergangenen Tagen an Fingerspitzengefühl gezeigt hat. Nämlich keines.