Kommentiert: Ein Desaster, das zur Chance wird

Kommentiert: Ein Desaster, das zur Chance wird

Und jetzt? Knapp 39 Millionen Euro für den Umbau des Neuen Kurhauses — undenkbar. Also alles wieder auf Anfang. Ist das wirklich überraschend?

Nein.

Als der potenzielle neue Mieter Explorado sein Konzept eines „Event-Museums“ vorstellte, konnte man schon ahnen: Das wird teuer. Denn selbst die Pseudo-Kunstwerke, die da gezeigt werden sollten, verlangen technische Grundvoraussetzungen. In den — nicht nur mit diesem Mieter — schwierigen und langen Verhandlungen kamen mehr und mehr Zugeständnisse dazu. Zumal erneut die Frage erlaubt sei, ob das Konzept überhaupt Sinn machte. Eine riesige Wiener-Kaffeehaus-Gastronomie? Eine solche ist schon als „Roncalli-Café“ kläglich gescheitert. Das Café lag an der Theaterstraße und damit weitaus zentraler — aber trotzdem noch nicht zentral genug. Eine Schau mit Drucken von bekannten Kunstwerken? Deren kommerzielle Erfolg erscheint zumindest fraglich.

Jetzt sollte man eimmal weniger auf die Frage konzentrieren, ob sich ein Konzept rechnet. Das Diktat der kostendeckenden Mieteinnahmen hat erst zum jetzigen Desaster geführt. Das Eurogress hingegen braucht Platz. Jüngst bei einem großen Mobilitätskongress musste mangels Räumen ein riesiges Zelt davor aufgebaut werden. Da geht viel Potenzial in einer prosperierenden Wissenschaftsstadt verloren. Eine Eurogress-Lösung ist natürlich nicht kostendeckend, aber in vielerlei Hinsicht gewinnbringend für Aachen.

Besserwisserei? Klar, aber am Ende weiß man eben immer alles besser. Und so wird das jetzige Desaster zur Chance.

Mehr von Aachener Zeitung