Aachen: Köstliche Komik: Es liegt etwas in der Luft

Aachen: Köstliche Komik: Es liegt etwas in der Luft

Der Titel „Heij litt jet ejjen Luuet“ hielt, was er versprach. Bei der Premiere dieser chaotischen Posse, zu der das Aachener Heimattheater ins Eurogress eingeladen hatte, lag wahrlich „allerlei in der Luft“ — und zwar im Heiratsinstitut „Blume findet Blümchen“.

Eine attraktive Chefin und Angestellte sind dort beschäftigt, skurrile Typen gehen ein und aus, als Dauergast ein echter „Stolberger“ (Ömme!). Der „Kupferstädter“ Allewiss Fuhren (Ralf Leesmeister) erweist sich hart wie Kruppstahl. Er hat nur ein Ziel vor Augen, die schöne Chefin, die eiserne Lisett Crumbach (Judith Knisch), für sich zu gewinnen. Die poetische Ader des Heiratswütigen quillt über, massenweise Gedicht widmet er der Angebetenen. Da staunen die Institutsdamen Bäbbche Stengel (Kathrin Schnitker) und die flotte Französin Claire Justine Marie Mason (Stefanie Mockel), denn der Allewiss mischt die ganze Einrichtung ganz schön auf.

Die Lisett klärt auf, sie sei bereits verheiratet mit Freiherr Mies van Pongs (Rolf Bresser). Ganz turbulent wird es, als der Freiherr „en Fönnef ejjen Boks“ hat, in Damenkleidung schlüpft, da riecht es dann flott nach Massagesalon „erster Güte“, der Ruf des Instituts steht auf der Kippe. Als dann auch noch Kaplan von der Weide (Ulrich Havermann) eine Frau für seinen Organisten. Freiherrin Juddela van Pongs (Marita Toussaint) muss miterleben, wie ihr Mies als „Dame“ durch die Szene hüpft. Und Mala Offergeld (Gerlinde Geurten) bietet sich als Frau für den Organisten beim Kaplan an. Dann taucht wie aus dem Nichts Kommissar Rüttgers (Jörg Dreyer) von der Öcher Sitte auf, jetzt wird das Chaos erst richtig perfekt. Es kommt zum Handgemenge, der Stolberger und der Freiherr mischen kräftig mit, der Kaplan geht K.o. Et Fing Knüffgens (Marita Lohbusch) und Küeb Bauer (Wolfgang Lohbusch) haben ihren Spaß daran.

Die Aufklärung steht bevor. Die eifersüchtige Freiherrin hat ihrem Mies en nöi Boks besörjt, weiß nun, dass er nicht mit Lisett verheiratet ist. Der „Stolberger“ hat nun freie Bahn. Endlich bekommt er mit seinen flotten Gedichten das Herz der Chefin weich wie Wach: „Jooe, ich troue Dich!“, ist deren letztes Wort. Ende gut, alles gut. Es lag wirklich was „ejjen Luuet.“ Das Publikum dankt dem Team von Bernd Dreyer mit langem Beifall. Und Vorsitzender Marc Knisch zollt Dreyer ein dickes Lob: „Bernd, die Rolling Stones und Du haben eines gemeinsam: Ihr steht seit 60 Jahren auf der Bühne.“

Weitere Vorstellungen sind am 29. März und 5. April, jeweils 19.30 Uhr. Karten gibt es im Media Store des Zeitungsverlags Aachen, Großkölnstraße 56 .

(gegenüber der Nikolauskirche)