Aachen: Klömpchensklub im Tivoli zieht positive Bilanz

Aachen : Klömpchensklub im Tivoli zieht positive Bilanz

Positive Stammtischallüren einhergehend mit Wimpel-Reservierungen ganzer Fangruppen sind nur zwei Beispiele, die deutlich machen, dass die Resonanz einem perfekten Torschuss gleicht. Diese Bilanz zieht Alois Poquett, Geschäftsführer der Wabe, wenn er über die 18 vergangenen Monate spricht, in denen er schon als Pächter des Klömpchensklubs fungiert.

Zum Oktober 2016 hat die VIA Integration gGmbH, ein Inklusionsunternehmen der Wabe-Gruppe, von der Aachener Stadion-Beteiligungsgesellschaft (ASB) den Klömpchensklub angepachtet.

Jobs für behinderte Menschen

Nach 18 Monaten ist nun die Hälfte der angedachten Laufzeit des Vertrages von drei Jahren vorbei und Anlass, ein Zwischenfazit zu ziehen. „Mit der VIA verfolgen wir das besondere Geschäftskonzept, Menschen mit Behinderung beruflich und gesellschaftlich zu integrieren. Mit diesem Anliegen sind wir beim Geschäftsführer der ASB auf offene Ohren gestoßen. Unser gemeinsames Denken war und ist es, die schönen und funktionstüchtigen Räume am Tivoli für die breite Öffentlichkeit zugänglich zu halten“, erklärt Poquett.

Schon beim ersten Heimspiel erfreuten sich Besucher und Fans an der Eröffnung des Klubs. Mit Hilfe des Integrationsamtes beim Landschaftsverband Rheinland gelang es Poquett und seinem Team, neue Investitionsmittel zur Verschönerung der Gasträume und zur Wiederherstellung der Küche zu erhalten. Gleichzeitig konnten drei neue Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung geschaffen werden.

Während im ersten Tätigkeitshalbjahr der Klömpchensklub zunächst nur an Heimspieltagen geöffnet war, erfolgte nach dem Umbau des Klubs im April 2017 der Tagesbetrieb mit einem Mittagstisch zwischen 11 und 15 Uhr. „Schnell konnten wir umliegende Firmen und Unternehmen für das Angebot begeistern“, betont Maria Poquett von VIA und ergänzt: „Im Schnitt servieren wir 30 bis 40 Gerichte pro Tag, in Spitzenzeiten sind es sogar 70. Dabei schaffen wir es so gut wie immer, frisches und gesundes Essen innerhalb von 15 Minuten auf den Tisch zu bringen. Das kommt natürlich super an und wir merken, dass immer mehr Menschen zu uns kommen.“

Sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten täglich im Klömpchensklub. Deren Wohl hat oberste Priorität. „Wir geben jedem Einzelnen die Chance, sich hier in seinem ganz eigenen Tempo zu entwickeln. Es geht nicht darum, immer schneller zu werden und mehr zu machen. Das wissen die Leute auch, die zu uns kommen“, so Alois Poquett. Neben dem Mittagstisch und dem Heimspiel-Betrieb gehören auch Veranstaltungen im Klömpchensklub zum Konzept. Die Nachfrage diesbezüglich war von Anfang an groß. Fantreffen, Info- und Mitgliederabende sowie Betriebs- und Privatfeiern werden nach wie vor in den Räumlichkeiten realisiert.

Verlängerung des Projekts?

2000 Besucher wurden im Rahmen von 25 Veranstaltungen im Zeitraum von April 2017 bis März 2018 gezählt. „Ich bin wirklich froh, das Risiko eingegangen zu sein, denn es hat sich gelohnt. Wirtschaftlich betrachtet ist das Projekt zwar im Plan, aber nicht komplett kostendeckend.

Ohne eine Renaissance im sportlichen Bereich wird es sehr schwer werden, den Klömpchensklub dauerhaft kostendeckend betreiben zu können. Aber um das zu erreichen, bleiben uns ja mindestens noch weitere 18 Monate“, resümiert Poquett. Auch die Option einer Projektverlängerung nach Ablauf der 18 Monate schließt er nicht aus.

Zum neuen Ausbildungsjahr bietet der Klömpchensklub vier Ausbildungsplätze in den Berufen Koch/Beikoch, Fachkraft Gastgewerbe, Restaurantfachmann, Veranstaltungskaufmann und Kaufmann für Bürokommunikation an. Interessenten können sich per E-Mail unter kostbar@via-aachen.de melden.

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