Klimanotstand: Aachener SPD schreibt Umweltinitiativen an

Offener Brief an Initiativen : SPD bittet Umweltschützer um Unterstützung

Wenige Tage vor der Ratssitzung, in der auch die Stadt Aachen den Klimanotstand ausrufen will, hat die SPD namhafte Umweltverbände und -initiativen in einem offenen Brief um Unterstützung gebeten. „Wir brauchen die Verbände und deren Stärke“, begründet Fraktionssprecher Michael Servos das Schreiben, das er gemeinsam mit dem Parteivorsitzenden Mathias Dopatka aufgesetzt hat. „Wir brauchen mehr kreative Ideen.“

Servos sieht die Aachener SPD derzeit an der Spitze der Klimabewegung – noch vor den Grünen. So seien es die Sozialdemokraten gewesen, die die Initiative zum Klimanotstand ergriffen und nicht nur die Umweltverbände, sondern auch die CDU mit ins Boot geholt hätten. Das Vorhaben sei nicht weniger als „revolutionär“, sagt Servos. Denn künftig sollen bei allen relevanten Entscheidungen des Stadtrats die Auswirkungen auf das Klima abgeschätzt und Lösungen bevorzugt werden, die dem Klimaschutz dienen. „Das ist der Startschuss für eine komplett andere Politik in Aachen“, ist Servos überzeugt.

Bisher habe man sich vor allem mit der Luftreinhaltung und einer Mikroklimapolitik befasst, nun komme als dritte Säule der globale Blick hinzu. „Unser Ziel muss die nachhaltige Reduktion von CO2-Emissionen sein“, heißt es in dem Schreiben.

Der Weg dahin werde allerdings konfliktreich, ahnt die SPD. Die Debatte um Dieselfahrverbote oder die Wiedereinführung des schienengebundenen Nahverkehrs geben nur einen ersten Vorgeschmack. Der Ausbau der Windenergie, eine Solarzellenpflicht oder eine Nullenergiebauweise werden für weitere Diskussionen sorgen.

Bei der Bewältigung brauche man die Hilfe der Verbände, so die SPD: „Sie befassen sich seit Jahren mit dem Klimawandel und werden in dieser Zeit viele kreative, innovative Denkansätze entwickelt haben.“ Schon kurz nach der Ratssitzung am kommenden Mittwoch, 19. Juni, wolle man daher alle Angeschriebenen zu einem „Fachaustausch“ einladen.

Derweil hat eine der angeschriebenen Organisationen ihren Auftritt schon für den Tag der Ratssitzung angekündigt. Die Gruppe Extinction Rebellion Aachen, die schon durch auffällige Flashmobs in der Fußgängerzone auf sich aufmerksam gemacht hat, will am Mittwoch von 16 bis 18 Uhr vor dem Rathaus „den Klimaschutz selbst in die Hand nehmen“ und ebenfalls den Klimanotstand ausrufen. (gei)

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