Kleingartenanlage Königshügel feiert runden Geburtstag in Aachen

Gartenverein Königshügel : Seit 100 Jahren ein grünes Paradies

Bunte Blumen und leckeres Gemüse aus dem eigenen Garten: Insgesamt 34 Kleingärtner pflegen und hegen beim Gartenverein Königshügel ihr eigenes grünes Refugium. Am Wochenende hat der Verein seinen 100. Geburtstag gefeiert.

„Mein Garten ist mein kleines Paradies“, erzählt Edeltraud Schilling begeistert. Seit 15 Jahren ist sie stolze Besitzerin einer Parzelle im Gartenverein Königshügel, hegt und pflegt ihre Blumen, ihr Obst und Gemüse und hat sich so ein kleines Refugium geschaffen. „Wenn meine Feigen gedeihen, meine Sonnenblumen innerhalb kürzester Zeit emporschießen – das ist für mich ein Erfolgserlebnis. Mein Enkel kommt regelmäßig zu Besuch, dann baue ich extra ein Planschbecken auf, und wir ernten Kartoffeln, schauen den Fischen im Teich zu oder lauschen den Grillen. Das können die Kinder in der Innenstadt nicht erleben.“ So wie Schilling genießen insgesamt 34 Kleingärtner beim Gartenverein Königshügel die Zeit in der Natur und das Miteinander im Verein.

Viele Wendepunkte

Mit nun 100 Jahren ist der Verein der viertälteste in Aachen, und das wurde am Wochenende mit einem Sommerfest gefeiert. Im Vereinsheim „Haus Friede“ begrüßte der Vorsitzende Klaus Hebel die zahlreich erschienenen Mitglieder und Ehrengäste. Darunter war auch der dem Verein eng verbundene CDU-Ratsherr Josef-Hubert Bruynswyck: „Die Schrebergärten sind eine grüne Oase für den Stadtteil und tragen zur Lebensqualität im Wohnumfeld bei“, so Bruynswyck.

In den vergangenen 100 Jahren Vereinsgeschichte hat sich viel getan. Zur Gründungszeit dienten Kleingärten oft noch zur Grundlage der Ernährung einer Familie. Aber auch heute sind Obst und Gemüse aus dem eigenen Anbau eine besonders gesunde Alternative. Der Wiederaufbau nach dem Krieg sowie der Umzug auf das heutige Gelände nach dem Verkauf des vorherigen Grund und Bodens an eine Wohnungsbaugesellschaft und der damit verbundenen Kündigungswelle waren weitere Wendepunkte.

1985 begann der Neuanfang und die jungen Familien, die neuim Verein waren, machten sich so fleißig ans Werk, das der Königshügel schon als „Ameisenhügel“ bezeichnet wurde. Dank des rasanten Aufbautempos standen binnen drei Monaten 19 neue Steinlauben samt frisch bepflanzter Gärten. „Vieles haben die Verantwortlichen und die Vereinsmitglieder gemeistert, darunter erforderliche Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen in unzähligen ehrenamtlichen Stunden. Auch Hürden wurden genommen, wie die vor einigen Jahren bestehende Verunsicherung wegen drohender Bebauungen im Umfeld“, betonte Bruynswyck. Solche Maßnahmen seien nun endgültig vom Tisch, denn im April 2019 hat der Stadtrat im Flächennutzungsplan für die Stadt Aachen das in Frage stehende Grundstück als „Grünfläche/Dauerkleingärten“ festgesetzt.

Kegel- und Vatertagstouren

„Und unsere Gemeinschaft endet nicht im Garten, sondern wird auch außerhalb gelebt. Ein reges Vereinsleben, das Zusammentreffen verschiedener Kulturen und Nationalitäten und das Miteinander von Jung und Alt machen unseren Verein aus“, erklärt der zweite Vorsitzende Guido Sauder. So pflegen die Kleingärtner gemeinsame Frühstücke, Kegel- und Vatertagstouren oder Ausflüge an die Mosel. Sauder ist dem Verein von Kindesbeinen an verbunden, seine Eltern hatten die alte Kantine und bewirteten ebenfalls lange die neue Anlage. „Hier in unseren Gärten kann man die Natur erleben, auch viele Bürger aus dem Viertel nutzen das. Auf unseren Wegen kann man bis 22 Uhr spazieren, denn wir sind eine Durchgangsanlage und freuen uns auch, wenn Kinder unseren Spielplatz besuchen“, betont Sauder. Er war 30 Jahre Beisitzer und ist nun seit 2006 stellvertretender Vorsitzender. Der heutige Ehrenvorsitzende Paul Hammers ist seit rund 50 Jahren Gartenpächter, war 20 Jahre Vorsitzender und wirkte 28 Jahre aktiv im Vorstand mit. „Ich habe den heutigen Spielplatz angelegt und freue mich sehr, dass unser Verein heute ein Treffpunkt für alle Generationen ist“, betont er.

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