Aachen/Nordkreis: Kleines Kind bleibt an der Haltestelle zurück

Aachen/Nordkreis : Kleines Kind bleibt an der Haltestelle zurück

Panik ergriff die junge Mutter am späten Mittwochnachmittag an der alten Hauptpost. Eines ihrer beiden Kinder trug sie auf dem Arm, mit der anderen Hand bugsierte sie den leeren Kinderwagen in den Bus, der Linie 21.

Bei dem Manöver ließ sie für einen Augenblick ihr anderes Kind draußen zurück, sie wollte es in den Bus holen, sobald sie den Kinderwagen im mit vielen Fahrgäste besetzten Gefährt untergebracht hatte.

„Doch bevor sie ihr anderes Kind in den Bus holen konnte, schloss der Fahrer die Tür und fuhr los in Richtung Elisenbrunnen“, berichtet Frank Mergner, der den Zwischenfall beobachtete. „Sofort rief die Frau dem Busfahrer zu, dass er anhalten solle. ‚Ich habe noch ein Kind draußen stehen‘, schrie sie“, erinnert sich Mergner, der ein paar Plätze vor dem mittleren Eingang des Gelenkbusses einen Sitz gefunden hatte. Auch er war an derselben Haltestelle eingestiegen.

„Mit dem Aufschrei bin ich auf die Frau aufmerksam geworden“, sagt Mergner im Gespräch mit den „Aachener Nachrichten“. Und obwohl auch andere Passagiere den Fahrer laut und deutlich aufgefordert hätten, sofort zu halten und das draußen wartende Kind mitzunehmen, habe der Fahrer nicht reagiert. Mergner zeigte sich am Donnerstag immer noch erschüttert. An der nächsten Haltestelle, am Elisenbrunnen, sei die Mutter mit ihrem Kleinkind und dem Kinderwagen dann eiligst ausgestiegen und zurück zur Haltestelle am Kapuziner-Karree gerannt. „Ich hatte eine Gänsehaut“, sagt Mergner.

Aseag entschuldigt sich

„Wir entschuldigen uns in aller Form“, erklärt Anne Linden, die Pressesprecherin der Aseag, zu dem Vorfall. „So etwas darf nicht passieren“. Die Aseag sei durch Telefonate einiger der Fahrgäste auf den Vorfall aufmerksam gemacht worden. „Wir haben uns sofort mit unserem Vertragsunternehmer in Verbindung gesetzt. Der war ebenfalls sehr erschüttert“, berichtet Anne Linden.

Die Sprecherin der „Roten Flotte“ betont, dass der Chef des Vertragsunternehmens aus dem Nordkreis den Fahrer sofort zur Rede gestellt habe. Die junge Frau habe sich bisher nicht bei der Aseag gemeldet. „Wir kennen ihren Namen nicht“, bedauert Anne Linden.

Weil die Aseag-Fahrer am Mittwoch den ganzen Tag lang im Warnstreik waren, fuhren — wie Donnerstag auch — nur wenige Busse in Aachen. Und die waren ausschließlich von Unternehmen eingesetzt, die „im Auftrag der Aseag“ fahren.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Tag 2 im Warnstreik: Auch Kitas und Müllabfuhr betroffen

Mehr von Aachener Zeitung