Aachen: Kleine Piloten sausen wacker durch den Regen

Aachen: Kleine Piloten sausen wacker durch den Regen

Öcher Regen hin oder her: 60 kleine Rennfahrer auf Sebastian Vettels Spuren waren am gestrigen Sonntag auch durch das fiese Wetter nicht zu bremsen. „Das erste Mal seit 25 Jahren haben wir schlechtes Wetter,” sagte Veranstalter Gerd Blum - und hatte trotzdem guten Grund zum Lachen.

Der ehemalige Alemannia-Spieler organisiert inzwischen seit 25 Jahren das Seifenkistenrennen für Kinder zwischen vier und elf Jahren.

Die Leidenschaft entstand bei Blum sehr früh - er selbst fuhr als Kind schon bei Seifenkistenrennen mit. Neben dem jährlichen Rennen am Branderhofer Weg veranstaltet Blum auch Fußballspiele - wie demnächst gegen die Nationalmannschaft der Bundeswehr. Der Erlös seiner Veranstaltungen geht an die Kinderkrebsstation des Aachener Klinikums.

Einer der wichtigsten Aspekte beim Seifenkistenrennen und der Vorbereitung ist für Blum die Zusammenarbeit von Kind und Eltern. „In der heutigen konsumgesteuerten Gesellschaft haben berufstätige Eltern ja kaum noch Zeit für ihre Kinder. Hier haben sie ein gemeinsames Projekt.” Technische und gestalterische Vorgaben für den Bau der Seifenkisten gibt es nicht, nur eine Bremse ist Voraussetzung für den Start.

Unter den Fahrern waren auch 14 sehbehinderte Kinder, die in einem von Studenten der RWTH gebauten Doppelsitzer an den Start gingen. Die Steuerungskommandos bekamen die wackeren Piloten dann von ihrem sehenden Mitfahrer. Und auch wenn Zeit gemessen wurde, ging keines der Kinder letzten Endes leer aus - einen Pokale bekamen wie jedes Jahr alle Teilnehmer. Bis auf ein Mal fanden alle Rennen der vergangenen 25 Jahre auf der 285,5 Meter langen Strecke am Branderhofer Weg statt.

Obwohl Blum in diesem Jahr nicht nur sein 25-jähriges Jubiläum als Veranstalter feiern wollte, sondern auch seinen Abschied, wird er in Zukunft doch noch ein paar Rennen organisieren. „Ich werde das noch so lange machen, bis ich einen kompetenten, verantwortungsvollen Nachfolger habe,” meinte er. Zu hoffen bleibt also eigentlich nur, dass auch das Wetter beim 26. Rennen wieder besser mitspielt.