Suchthilfe Aachen: Kleine Beete mit großer Wirkung

Suchthilfe Aachen : Kleine Beete mit großer Wirkung

Beete zu bepflanzen ist kostspielig. Das weiß auch Sozialarbeiter Laurids Elsing. Er arbeitet im Rahmen des Gartenprojekts „Querbeet“ der Suchthilfe Aachen mit Schwerstabhängigen zusammen. Gemeinsam mit ihnen kümmert er sich unter anderem um rund zehn Blumenbeete am Standort Kaiserplatz.

Um diese Arbeit zu unterstützen, spendete das Aachener Software-Unternehmen aixigo jetzt 3000 Euro an die Suchthilfe. Genutzt wird die Spende unter anderem für die Finanzierung der warmen Mahlzeiten und Honorare von 1,50 Euro pro Stunde, die alle beteiligten Klienten erhielten, erklärte Elsing.

Die Idee für das Gartenprojekt geht auf eine Anregung des sogenannten Besucherrats der Einrichtung „Troddwar“ der Suchthilfe am Kaiserplatz zurück. Im Besucherrat treffen sich monatlich alle interessierten Klienten mit einem Sozialarbeiter und sprechen über eigene Ideen, Vorschläge und Kritik. Viele der teils obdachlosen Suchtkranken wollten ihre Wahrnehmung durch die Öffentlichkeit verbessern. Gemeinsam mit den Sozialarbeitern kamen sie auf die Idee, umliegende Grünflächen von Unrat und Müll zu befreien und Blumenbeete anzulegen.

Inzwischen ziehen Elsing und seine Kollegen täglich mit durchschnittlich drei Teilnehmern durch die Stadt, um sich der Pflege der Beete an mehreren Standorten zu widmen. „Dabei kommt es zu vielen Kontakten mit Bürgern“, erklärte Elsing. Das würde einige der Suchtkranken anfangs irritieren. „Für viele ist es ungewöhnlich, Lob zu erhalten“, erläuterte er. Und genau um solche Situationen gehe es neben dem optischen Aspekt bei „Querbeet“.

„Einer der Kernpunkte ist es, Bestätigung zu erhalten“, sagte Elsing. Das motiviere, baue auf und verbessere die Beziehung zwischen den Suchtkranken und anderen Menschen der Öffentlichkeit. „Wir wollen damit Hemmschwellen abbauen.“ Doch das Projekt habe noch weitere Effekte, betonte Elsings Kollege David Berchtenbreiter. „Manche unserer Klienten sind richtige kleine Spießer geworden“, sagte er lachend. Die „Querbeet“-Teilnehmer seien intensiv auf die Pflege und das Sauberhalten der Beete bedacht.

Diese Initiative der Aachener Suchthilfe ist bei aixigo gut angekommen. „Gerade regionale Projekte, die nicht so prominent sind und somit wirklich Hilfe benötigen, wecken unsere Aufmerksamkeit“, erläuterte Erich Borsch, Vorstandsmitglied von aixigo. „Querbeet“ sei für die Beteiligten „der erste kleine Schritt in ein strukturiertes Leben“, hob der Personalreferent von aixigo Marco Breuer hervor. Die Rückkehr in ein geregelteres Leben könne ausgesprochen kräftezehrend sein. Eben deshalb sei „so eine Spende wirklich Gold wert“, betonte Elsing.