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Aachen: Klare Botschaft an der Annaschule: Gewalt ist keine Lösung

Aachen : Klare Botschaft an der Annaschule: Gewalt ist keine Lösung

„Artikel 6 der Menschenpflichten: Streitigkeiten zwischen Staaten, Gruppen oder Individuen sollen ohne Gewalt ausgetragen werden.“ So beginnt der kurze Text, der nun auf einem großen Banner mit einer Illustration an der Fassade der Annaschule in der Jesuitenstraße prangt.

Das neue Banner zur „Menschenpflicht Gewaltlosigkeit“ ist Teil des Kunstprojekts „Mensch!“, das vor knapp einem Jahr von dem Aachener Künstler Detlef Kellermann ins Leben gerufen wurde. Im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Evangelischen Kirchenkreis Aachen und der Annaschule ist nun ein weiterer Artikel der 19 „Menschenpflichten“ in der Innenstadt öffentlichkeitswirksam zu sehen.

Die 1997 von den Vereinten Nationen vorgestellten „Menschenpflichten“ wurden von einem internationalen Gremium als Ergänzung zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte entwickelt. In den 19 Artikeln stehen vor allem die Pflicht jedes Einzelnen zur Menschlichkeit und zum respektvollen Umgang miteinander im Vordergrund.

Das Projekt „Mensch!“ zielt darauf ab, diese „Menschenpflichten“ auf künstlerische Weise in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und hat dafür seit dem Frühjahr 2017 bereits zahlreiche Artikel auf großen Bannern an Haus- und Gebäudefassaden in Aachen präsentiert. Die Banner werden durch „Paten“ finanziert, welche auch den Ausstellungsort für eine bestimmte Zeit zur Verfügung stellen. So waren große Plakate mit „Menschenpflichten“ bereits am Standesamt, am Theater Aachen sowie auf dem Campus der RWTH zu sehen.

Projekttag zum Thema Frieden

Die Idee zum neuen Banner an der Annaschule entstand im Vorlauf zum „Tag der Nationen“ am 21. März, der in diesem Jahr unter dem Motto „Frieden“ steht und in der Annaschule mit einem Projekttag zum Thema Frieden und Völkerverständigung begangen wird. Zum Auftakt gab eine Klasse der evangelischen Grundschule ein „Friedenslied“ zum Besten und ließ selbstgebastelte Friedenstauben aus Papier fliegen. „Wir haben mehr als 30 Nationen an unserer Schule und sind stolz auf diese Verschiedenheit“, sagt Schulleiterin Elisabeth Tillessen. Manche der Kinder waren auch selber schon von Krieg und Vertreibung betroffen und können so ihre eigenen Erfahrungen in die Projektarbeit einfließen lassen.

Das neue Banner konnte dank einer Patenschaft des Evangelischen Kirchenkreises Aachen finanziert werden und reiht sich in das Jahresthema 2018 des Kirchenkreises ein: „Frieden geht anders“.

„Kirche des gerechten Friedens“

Hans-Peter Bruckhoff, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreise Aachen, betonte die wichtige Rolle der „Menschenpflichten“ angesichts zunehmender Gewalt, Aufrüstung, Hass und Kriegsrhetorik — in der Weltpolitik, aber auch in der Gesellschaft hier in Deutschland. Die Pflicht zur Gewaltlosigkeit stehe zudem im Einklang mit den christlichen Grundwerten. Genau darum gehe es auch im Themenjahr des Evangelischen Kirchenkreises, so Bruckhoff: „Wir wollen eine Kirche des gerechten Friedens sein und Perspektiven für Gewaltfreiheit und zivile Konfliktlösungen aufzeigen“, sagte er.