Aachen: Kita-Angebote: Wo ist noch Bedarf in Aachen?

Aachen: Kita-Angebote: Wo ist noch Bedarf in Aachen?

Mit der Kindertagesstätte um die Ecke kann jede Stadt punkten. Und auf den ersten Blick ist das Angebot im Aachener Stadtgebiet überaus vielversprechend. Mal abgesehen von der direkten Nachbarschaft zu Dom und Rathaus und den Bereich entlang der Lütticher Straße sieht die Versorgung gut aus.

Und für das Neubaugebiet Alter Tivoli im Bereich Krefelder Straße/Merowinger Straße ist bereits eine neue Einrichtung für die erwarteten Familien mit Kindern geplant, für das Neubaugebiet Richtericher Dell zumindest angedacht. Ein entscheidender Punkt bei der Verteilung der Kindertagesstätten ist aber auch das Platzangebot für Unterdreijährige (U3), die ab August auf ihren Rechtsanspruch pochen können.

2183 U3-Plätze

Seit dem Kindergartenjahr 2008/2009 — also mit Inkrafttreten des Kinderbildungsgesetzes Kibiz — wurden in Aachen 514 neue U3-Plätze in Kindertagesstätten geschaffen. Jedenfalls in denen, die nach dem Kinderbildungsgesetz arbeiten und von diesem gefördert werden. Hinzu kommen immer noch private Einrichtungen, die Plätze anbieten. Inklusive derer werden nach Angaben der Stadt am 1. August, also wenn der Rechtsanspruch für U3-Kinder gültig wird, 2183 U3-Plätze angeboten. Damit liegt eine Versorgungsquote für das Kindergartenjahr von 36,9 Prozent für das gesamte Stadtgebiet vor.

Fakt ist dabei auch, dass sich diese wie insgesamt die Kindergartenplätze unterschiedlich auf das Stadtgebiet verteilen. In 9 von 14 Sozialräumen, in die die Stadtverwaltung Aachen unterteilt, liegt die Quote bei 37,8 bis sogar 57,8 Prozent. In fünf sogar über 45 Prozent. In anderen Teilen aber eben auch unter dem nötigen Maß. Und es gibt lange Wartelisten. Bundesweit wurde bislang mit erforderlichen 35 Prozent gerechnet, in Aachen wird aber ohnehin mit einem Bedarf von rund 45 Prozent gerechnet.

Für die älteren Kindergartenkinder, also die zwischen drei und sechs Jahren, liegt die Versorgungsquote bei 95,78 Prozent. Die Stadt sieht den Bedarf damit ausreichend abgedeckt, da nicht alle Kinder tatsächlich einen Kindergarten besuchen. Auch hier gibt es je nach Stadtbezirk unterschiedlich große Angebote, so dass nicht immer alle Eltern einen Platz in ihrer Wunsch-Kita erhalten. Das wird zunehmend schwerer, wenn Plätze in U3-Plätze umgewandelt werden und sich in diesem Zuge auch noch die Größen der Gruppen verändern.

Auch wenn die Stadt durchaus wohnortnahe Versorgung einrichten will, besteht der Rechtsanspruch, egal wie alt ein Kind ist, nur auf einen Betreuungsplatz im Stadtgebiet. Und der kann in Richterich oder Walheim sein, egal wo die suchende Familie wohnt. Apropos Walheim: Dort ist das Angebot für Ü3-Plätze tatsächlich das niedrigste — und das trotz vier Einrichtungen. Hier gibt es eine Versorgungsquote von gerade einmal 70,83 Prozent. Aufgefangen wird dieses Defizit aber in nächster Nähe. Die beste Quote liegt für den Bereich Kornelimünster/Oberforstbach vor mit 133,34 Prozent.

Auffallend: Während die Schullandschaft im Bereich Kronenberg und für den Aachener Westen ausgedünnt wurde (Grundschule geschlossen, Hauptschule besteht nur noch wenige Jahre), beziffert die Stadt die Ü3-Kitaversorgung auf 115,83 Prozent. Für die kleineren Kinder gibt es also sozusagen ein Überangebot. Und auch die U3-Quote ist mit 57,83 Prozent die beste im gesamten Stadtgebiet. Walheim/Schmithof schneidet mit 47,29 Prozent auch noch sehr gut ab. Insgesamt sind die Randbezirke besonders gut aufgestellt: Für Kornelimünster/Oberforstbach werden 54,93 Prozent angeführt, für Richterich/Horbach/Vetschau 47,29, für Eilendorf 45,42 Prozent. Die schlechtesten Quoten gibt es in Brand (30,92 Prozent), Ostviertel/Rothe Erde (27,37) und Driescher Hof (16,4 Prozent).

1111 Plätze für Zentrum/Soers

Auffallend an der räumlichen Verteilung ist auch, dass sich zwar für den Bereich Zentrum/Soers 1111 Kindergartenplätze finden, davon aber die meisten entlang des Grabenrings angeboten werden, während im Herzen der Stadt nur 60 Ü3-Plätze am Hof angeboten werden. Dafür gibt es für diesen Teil der Stadt immerhin 46 U3-Plätze in der Kindertagespflege.

Wichtige Punkte bilden bei den Kindertagesstätten — mehr noch als bei den Schulen — die Angebote um die Ecke: Ob Preuswald, Oberforstbach, Vaalserquartier oder Haaren und Verlautenheide, überall gibt es zumindest Kindertagesstätten, deren Angebote dem jeweiligen Bedarf möglichst angepasst werden sollen.

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