Aachen: Kirchenchortag: 600 Stimmen erklingen im Dom

Aachen: Kirchenchortag: 600 Stimmen erklingen im Dom

„Musik ist ein Geheimnis, schön und logisch zugleich“, sagt Bischof Helmut Dieser, als sich die Chöre und Sänger zum Abendlob im Dom eingefunden haben. Hier singen sie all die Lieder, die sie im Laufe des Tages in Workshops und gemeinsamen Proben einstudiert haben. Eine Vielzahl von Stimmen erhebt sich im Chor und füllt den Dom auf erhabene Weise.

600 Teilnehmer, darunter Chöre und Einzelsänger, hatten sich zum dritten Diözesanen Kirchenchortag angemeldet. Und es war ihnen anzumerken, dass der Tag sie inspiriert und begeistert hat. „Es war toll“, sagt Monika Müser vom Chor St. Katharina Forst. „Ich singe erst seit einem Jahr“, erzählt sie. Die Workshops und Proben haben ihr sehr viel Freude bereitet. Und auch Waltraud Cordts, Kirchenchor St. Urbanus in Birgden, scheint noch ganz beseelt von den Eindrücken des Tages. „Ich habe heute viel gelernt“, meint sie.

Stimmgewaltig und kraftvoll: Rund 600 Sängerinnen und Sänger nahmen am dreitten diözesanen Kirchenchortag im Dom unter der Leitung von Domorganist Professor Michael Hoppe teil. Sie waren am Ende begeistert von den Eindrücken. Foto: Heike Lachmann

Mit gemeinsamen Proben in St. Foillan und St. Peter hatte der Kirchenchortag begonnen. In St. Foillan ist die Kirche voll besetzt, als Domorganist Michael Hoppe mit einem Morgenimpuls den Auftakt macht. „Diesen Teil bitte noch einmal“, sagt er, als er mit seinen Sängern „Nun lässt du, Herr“ einstudiert. Er wünscht sich ein „angezogenes Tempo“ und singt gleich selbst einmal vor, wie er sich das vorstellt. Als es ihm alle im Chor nachtun, füllen ihre Stimmen die Kirche bis in den hintersten Winkel. „Die ausgewählten Lieder waren schon sehr schwierig“, sagen die Sänger im Anschluss an den Kirchenchortag. Gefallen hat es ihnen trotzdem — oder gerade deswegen.

„Es gibt keine unmusikalischen Menschen“, sagt Bischof Dieser später beim Abendlob. Jeder reagiere auf seine Weise auf die Musik. Und Michael Hoppe findet es eindrucksvoll zu sehen, „was wir mit Musik bewirken können“. Ein bisschen mulmig war ihm aber schon während der Vorbereitungszeit des Chortages. „Wie wird das gehen?“, hatte er sich angesichts der großen Zahl an Chören und Sängern gefragt, die zugesagt hatten.

Sein ausdrücklicher Dank gilt den vielen Helfern und Unterstützern, „ohne die es nicht gegangen wäre“. Der Kirchentag an sich sei ein „Dankeschön“ an die 284 Erwachsenenchöre mit insgesamt 8223 Sängern, die es im Bistum Aachen gebe. „Erzählen Sie von Ihren Erfahrungen beim Kirchenchortag“, ermuntert er die Teilnehmer, wohl auch in der Hoffnung, dass sich etwas von ihrer Begeisterung auf den Nachwuchs überträgt: An dem nämlich mangelt es den Kirchenhören des Bistums laut Hoppe.

Das Abendlob im Dom ist die Krönung eines langen Tages voller Musik. Die Chorhalle ist besetzt mit Sängern, im Seitenschiff haben sich die Chöre St. Laurentius aus Laurensberg und St. Katharina Forst platziert. Und so singt der ganze, vollbesetzte Dom mit einer gewaltigen Kraft. Überall sind weiße Notenhefte und überall Menschen, die ihre Freude an der Musik an diesem Tag in besonderem Maße mit anderen teilen.

„Singt dem Herrn ein neues Lied“, erheben sich die Stimmen aufs Neue mit voller Kraft. Der Abschied dann wird leiser, ohne unterstützende Orgel, dafür mit einem wunderschönen Solo: Und noch ganz beseelt von den Eindrücken des Tages treten die Sänger und auch die Zuhörer ihren Heimweg an. Aber vorher stehen sie noch eine Weile vor dem Dom, um sich über ihre Eindrücke von diesem dritten Kirchenchortag des Bistums auszutauschen. Der allgemeine Tenor: „Es war toll.“

Mehr von Aachener Zeitung