Kinderparlament tagt zum fünften Mal im Aachener Rathaus

Aachen: Kinderparlament tagt zum fünften Mal im Aachener Rathaus

Über 70 Kinder wuselten im Foyer des Rathauses umher und warteten auf den Nikolaus. Der sollte die jungen Vertreter von 16 Grundschulen begrüßen, die der Einladung des Oberbürgermeisters gefolgt waren. Organisiert von der Unicef-Gruppe Aachen ging es zum fünften Mal um die Erwartungen der Kinder in unserer Stadt.

In einer eigenen Sitzung hatten die Kinder Gelegenheit, dem Stadtoberhaupt Marcel Philipp ihre Wünsche vorzutragen. Der ersehnte Nikolaus kam und wurde mit einem Lied zu Vielfalt und Kinderrechten empfangen. Schon war man mitten im Thema. Nach der Verteilung der obligaten Nikolaustütchen versammelten sich Kinder, Lehrer und Vertreter der Stadt im großen Sitzungssaal des Rathauses.

Beliebter Gast im Aachener Kinderparlament: Natürlich schaute auch der Nikolaus vorbei, als sich gestern die Vertreter von 16 Grundschulen im Rathaus trafen. Im Rahmen des Projekts, das die Aachener Unicef-Gruppe zum fünften Mal organisierte, konnten die Schülerinnen und Schüler Oberbürgermeister Marcel Philipp Im Ratssaal ihre Wünsche für eine menschenwürdigere Welt vorstellen — und taten dies in Wort, Bild, Film und Rollenspiel. Foto: Andreas Steindl

Das Versprechen des OB

Beliebter Gast im Aachener Kinderparlament: Natürlich schaute auch der Nikolaus vorbei, als sich gestern die Vertreter von 16 Grundschulen im Rathaus trafen. Im Rahmen des Projekts, das die Aachener Unicef-Gruppe zum fünften Mal organisierte, konnten die Schülerinnen und Schüler Oberbürgermeister Marcel Philipp Im Ratssaal ihre Wünsche für eine menschenwürdigere Welt vorstellen — und taten dies in Wort, Bild, Film und Rollenspiel. Foto: Andreas Steindl

Philipp begrüßte die Kinder und betonte die persönliche Bedeutung, die dieser Termin für ihn habe. Er versprach, sich um jeden Wunsch der Schülergruppen zu kümmern.

Christiane Raumanns von Unicef wies auf die in den vergangenen Jahren gewachsene Bedeutung des Treffens hin, das als Kindersprechstunde begonnen hatte und nun eine richtige Kinderparlamentssitzung geworden sei.

Kleine Gruppen aller 16 beteiligten Schulen stellten in Wort, Bild, Film und Rollenspiel ihre Vorstellungen einer menschenwürdigeren Welt vor. Sie wiesen nachdrücklich darauf hin, dass sie ausbaden müssten, was die Erwachsenen verbockt hätten. Es ging um Rechte für alle, Umweltfragen und die Bedeutung von Vielfalt in der Stadt.

Die Karl-Kuck-Schule stellte den Herrn Einfalt vor. Einen weiß geschminkten kleinen Herrn, der in einem weißen Maleroverall auftrat. Dieser begegnete Familie Vielfalt, lustig-bunt gekleidet. Familie Vielfalt zeigte dem einfältigen Herrn, wie schön und lebenswert ein Leben sei, das Unterschiede und Unerwartetes wertschätzen könne. Die Lernerfolge in altersgemischten Klassen, in denen die Älteren den Jüngeren zur Seite stünden wurden aufgezeigt, immer wieder ging es um das Zusammenleben der unterschiedlichen Nationalitäten und Kulturen. Die Grundschule Düppelstraße stellte eine Klasse mit 32 Kindern aus 26 Ländern vor.

Die Integration aller Kinder war häufig Thema. So gibt es auf dem Schulhof der Grundschule Michaelsbergstraße eine „SOS-Bank“. Hier setzen sich Kinder hin, die einen Gesprächspartner oder einen Spielkameraden brauchen.

Auch schulspezifische Probleme wurden angesprochen So machte die Grundschule Brander Feld konkrete Vorschläge für einen sicheren Schulweg.

16 Beiträge folgten nacheinander, einfühlsam kommentiert und befragt vom Oberbürgermeister. Das stellte die Geduld der kleinen Ratshausbesucher auf eine harte Probe. Doch der Respekt vor den jeweiligen Beiträgen der anderen machte trotz kleiner Technikpannen einen ungestörten und kurzweiligen Ablauf möglich.

Ein Schüler brachte die Bedeutung des Sitzung auf den Punkt: „Heute sagt mir meine Mutter noch, ich solle das Kinderzimmer aufräumen. Und morgen soll ich vielleicht als Bürgermeister eine große Stadt vertreten. Da muss man viel verstehen, um das gut zu machen.“

Am Ende der Veranstaltung verteilte Christiane Raumanns bunte Urkunden an die Schulen und bedankte sich für die sachgerechten Statements zu den Kinderrechten. Der Oberbürgermeister gab den Kinder mit auf den Weg, dass die Achtung vor jedem anderen Menschen die wichtigste Grundlage einer jeder gelungenen Rechtsauffassung sei.

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