Aachen: Kinderkunstpreis: Kleine Künstler lernen von großen

Aachen: Kinderkunstpreis: Kleine Künstler lernen von großen

Nach zwei Tagen kreativer und intensiver Arbeit ist es endlich soweit: Das Tor zur Werkstatt des Künstlers Joost Meyer rollt langsam hoch und die sieben talentierten Nachwuchskünstler dürfen ihren gespannten Eltern ihre vielfältigen Kunstwerke präsentieren.

Aliza, Leonie, Levin, Paul, Hauke, Manuel und Angelina sind die glücklichen Gewinner des diesjährigen Kinderförderpreises Kunst, der aus einem Wettbewerb unter dem Thema „Die Welt — ein Dorf?“ hervorgegangen ist.

Von selbst geschliffenen Edelsteinen über kunstvoll verzierte Tiere aus Gips bis hin zu kleinen Skulpturen aus Wachs sind hier die bunte Vielfalt und das außerordentliche Talent der noch jungen Künstler zu entdecken. Diese Talente zu fördern und weiterzuentwickeln, ist Ziel des Kinderförderpreises, welcher seit 2009 im Rahmen des Aachener Modells zur individuellen Begabungsförderung von einer fachkundigen Jury an besonders herausragende Schülerinnen und Schüler vergeben wird.

„Wir stellen jedes Jahr aufs Neue fest, dass es für die Kinder der tollste Preis ist, mit einem erfahrenen Künstler zu arbeiten und ihre Talente weiterentfalten zu können“, erklärt Tanja Wansel, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit der Bürgerstiftung der Sparkasse Aachen, die den Kinderförderpreis seit dessen Entstehung unterstützt. Aus diesem Grund erhielten die talentierten Grundschulkinder auch in diesem Jahr als Preis einen Wochenend-Workshop mit dem renommierten Bildhauer Joost Meyer in dessen Atelier in Aachen.

„Auch aus künstlerischer Sicht sind hier großartige Arbeiten entstanden“, freut sich Meyer, „Es ist toll, wie viel Energie, Fantasie und Kreativität in so einer kurzen Zeit entsteht, obwohl für die Kinder hier erstmal alles neu ist.“ Der diesjährige Workshop stand unter dem Motto „Der Traum vom Fliegen“. Doch was die Kinder im Endeffekt künstlerisch erschaffen wollten, blieb allein ihre Entscheidung.

Und diese Freiheit gefiel besonders den Kindern selbst: „Am Besten finde ich, dass wir immer das machen können, was wir wollen, und an einem Thema arbeiten, das wir selbst interpretieren können“, schwärmt die zehnjährige Leonie, die schon zum zweiten Mal zu den glücklichen Gewinnern gehört: „Wir haben immer freie Auswahl an Materialien und Joost hilft uns stets weiter.“

Gerade diese Aspekte sind dem erfahrenen Künstler bei der Arbeit mit den talentierten Kindern besonders wichtig. Er sieht seine Aufgabe darin, die Möglichkeiten insbesondere in Form von Material, Raum und Rat bereitzustellen: „Alles andere bringen die Kinder mit. Sie saugen die Ideen auf, machen dann aber etwas völlig Eigenes daraus“, erzählt Meyer begeistert. „Die haben so viele Gedanken, Eindrücke und Einflüsse im Kopf, die sie dann in ihren Kunstwerken übersetzen und interpretieren.“

Ein quietschgrüner Drache, eine filigrane Libelle mit leuchtenden Glasaugen, eine bunte mit Murmeln verzierte Biene, eine abenteuerliche Rakete mit kompliziertem geometrischem Innenleben, ein kunstvoll angefertigter Pfau, ein abstrakter Planet und viele weitere aussagekräftige Kunstwerke beweisen also auch in diesem Jahr das vielfältige und außerordentliche Talent der Aachener Grundschüler. Das einzige Manko des kreativen Wochenendes, da sind sich die Kinder einig: Die Zeit verging viel zu schnell.