Aachen: Kinder heißen Flüchtlinge willkommen

Aachen: Kinder heißen Flüchtlinge willkommen

„Hey, so soll es sein — du bist nicht allein!“, ertönt es vor der Turnhalle der GGS Richterich. Rund um einen Tannenbaum, der den Platz schmückt, stehen die Schüler, singen mit Freude und eröffnen damit den kleinen Richtericher Weihnachtsmarkt.

Dabei sieht man nur glückliche Gesichter. Die Menschen sind gerührt und es ist klar — das gemeinsame Singen verbindet alle. Der Liedtext hat eine ganz besondere Bedeutung: Er ist den Flüchtlingsfamilien gewidmet, die in Richterich untergekommen sind. Für sie wurde „Trink doch ene met“ umgetextet, so dass es die Geschichte eines Mädchens erzählt, das neu in die Schule kommt und von den Mitschülern herzlich willkommen geheißen wird.

Und mit „Willkommen heißen“ kennen sich die Kinder der GGS Richterich gut aus. Sie haben für das Übergangswohnheim der Flüchtlinge in der Roermonder Straße 615 viele bunte Bilder gemalt, die die kahlen Wände in Zukunft verschönern und die Unterkunft wohnlicher machen sollen. Diese Gemälde wurden von Schulleiter Jörg Funk an Martina Korte, die Sprecherin der Flüchtlingsinitiative „Willkommen in Richterich“ (WiR), übergeben.

Und damit nicht genug: Mit einem Benefizturnier am 21. November hat Rhenania Richterich 650 Euro für die Flüchtlingshilfe gesammelt. Das Geld nahm Bezirksbürgermeisterin Marlis Köhne dankend in Empfang und wird damit nun eine der vielen Aktionen zur Unterstützung der Flüchtlinge, wie Sprach- und Nähkurse oder weihnachtliches Plätzchenbacken verwirklichen können.

Basteln mit Dolmetschern

Nach Gesangsvorstellung und feierlichen Übergaben öffnete der Weihnachtsmarkt dann auch ganz offiziell und die Flüchtlingsfamilien wurden zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Gemeinsam mit den Kindern der GGS konnten die Besucherkinder in der Jugendeinrichtung „Cube“ basteln, wobei Dolmetscher für die Verständigung sorgten. Für alle Beteiligten stand schon früh fest: Dieser Richtericher Weihnachtsmarkts mit der Begrüßung der Flüchtlinge in der Stadt war ein voller Erfolg.

Viele Menschen kamen zusammen, um den Kindern zu lauschen und anschließend die Auslagen der Buden zu begutachten. Dabei wurden Einheimische und Flüchtlinge zusammengeführt und gemeinsam ein schöner Nachmittag verbracht.

(moe)
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