Aachen: Kinder-Förderpreis Kunst im Ludwig Museum verliehen

Aachen : Kinder-Förderpreis Kunst im Ludwig Museum verliehen

Möchte jemand wissen, wer die Glubschis sind? Oder interessiert es, wie die Zukunftsgasse eingerichtet ist? Kein Problem, im Ludwig Forum (Lufo) findet man Antworten auf diese Fragen, und manch andere Anregung zusätzlich. Denn in Aachens Museumstempel sind bis zum 26. August die Werke ausgestellt, die Kinder im vergangenen Schuljahr zum Thema „Wie sieht die Welt in 100 Jahren aus“ geschaffen haben.

Der Kinder-Förderpreis Kunst ist Bestandteil des Aachener Modells, in dem Begabtenförderung in jungen Jahren auf zahlreichen Gebieten stattfindet. Die Kunstsparte dieses Modells wird seit vielen Jahren von der Sparkasse Aachen unterstützt und zielt auf die frühe künstlerische Förderung ab.

Das Ergebnis ist erstaunlich und wird alljährlich mit einer Ausstellung der Werke im großen Rahmen gewürdigt. Die teilnehmenden Grundschulen haben ihre Schützlinge das ganze Schuljahr ebenso begleitet wie verschiedene Künstler in den Räumen des Lufo.

Es ist spannend, mit welchen Augen Kinder die Welt der Zukunft sehen. Manchmal ist es auch eine Wunschwelt, die vor dem inneren Auge entsteht, in jedem Fall aber sind die Kreationen beachtenswert. Dieser Meinung waren auch Dr. Andreas Beitin, Leiter des Lufo, Bürgermeisterin Margrethe Schmeer und Wilfried Nellessen vom Vorstand des Sponsors Sparkasse Aachen.

Sie fanden das kreative Potenzial der Kinder beeindruckend und äußerten die Hoffnung, dass die Nachwuchskünstler weiter am künstlerischen Schaffen interessiert bleiben. „Dann müssen wir uns ein Stückchen weniger Sorgen um die Welt von morgen machen“, wie Beitin feststellte. Auch wenn es bei diesem Wettbewerb keine Sieger oder Verlierer gibt, stechen einige Arbeiten aus dem Fundus von über 200 Werken heraus.

Die achtjährige Isabelle von der Weiden schuf besagte Glubschis, die zur Sonne fliegen und aufpassen, dass mit unserer Energiequelle nichts passiert. Die Zukunftsgasse von Maria Momma (10) steht auf Stützen im Meer, weil die Klimaerwärmung die Erde überflutet hat. Die Straßenlaternen in der Zukunftsgasse brennen umso heller, desto dunkler es wird. Um zu den Häusern zu kommen, benutzt man einen Pendelaufzug. Gegenstände werden im Blitzaufzug transportiert, es gibt Stromtankstellen und bunte Fenster in den Häusern.

Ganz ohne Luxus muss man in 100 Jahren wie heute auch auf dem Mount Everest auskommen, denn der steht ebenfalls wegen der Klimaerwärmung fast komplett im Wasser. In einer Gemeinschaftsarbeit haben Mila Reißen (10), Frederike (8) und Hauke Wadewitz (10) ihre Vision des höchsten Berges der Welt kreiert. Vielleicht kann aber der Artinonatoniantare Freund von Eva Rost helfen, der zwar nicht ausgezeichnet wurde, aber dennoch für Aufsehen sorgte. Der von ihr erbaute Stoffroboter kann spielen, sprechen, sich bewegen, denken, helfen, essen und sogar Gefühle zeigen.

Zum Starten braucht man nur seinen Namen zu sagen, dann läuft er allerdings solange, bis er kaputt ist. Die zugehörige Welt ihres Freundes hat Eva gleich dazu gemalt. Außerdem wurden noch Annabelle Coeuru (8), Simon Lesmeister (10) und Sophia Zarenko (7) ausgezeichnet. Sie alle dürfen an einem Wochenend-Workshop mit dem Aachener Bildhauer Joost Meyer in dessen Atelier teilnehmen, wohl wieder eine ganz neue Erfahrung.

Schulen, die ihren Schülern eine Teilnahme am Aachener Modell ermöglichen wollen, finden Kontaktdaten unter www.aachener-modell.de.