Aachen: Kinder erleben die Stadthistorie hautnah

Aachen: Kinder erleben die Stadthistorie hautnah

70 Fördervereine von Schulen aus der Städteregion dürfen sich über eine Spende der Sparkasse freuen: Das Geldinstitut schüttete insgesamt 105.000 Euro aus, die den Schülerinnen und Schülern von Grund-, Förderschulen und weiterführenden Schulen einen Besuch der beiden neuen Museen „Energeticon“ in Alsdorf und „Centre Charlemagne“ in Aachen ermöglichen sollen.

Die Mittel stammen aus der sparkasseneignen Lotterie „PS-Sparen und Gewinnen“. 25 Prozent des Loseinsatzes werden für gemeinnützige Zwecke wie Jugend-, Wohlfahrt und Kulturpflege zur Verfügung gestellt. Über 100 Schulen bewarben sich für den Zuschuss in Höhe von jeweils 1500 Euro. Das Losverfahren entschied darüber, welche Schulen die Zuwendung erhielten.

„Gerade in Zeiten knapper werdender öffentlicher Mittel können die Schulen diese Unterstützung gut gebrauchen, um einer Vielzahl von Schülerinnen und Schülern die regional bedeutsamen Inhalte der beiden Museen näher zu bringen“, betonte Sascha Schaffrath, Direktor der Sparkasse für das Gebiet Aachen-Mitte anlässlich der ersten offiziellen Spendenübergabe an Vertreter der Schulen und Fördervereine im Centre Charlemagne. Eine weitere Veranstaltung im Alsdorfer Energeticon folgt. Auch Susanne Schwier, Dezernentin für Bildung und Kultur, Schule, Jugend und Sport der Stadt Aachen betonte die Wichtigkeit der Unterstützung: „Gemeinsam wollen wir die kulturelle Bildung in der Städteregion unterstützen. Es ist wichtig, dass möglichst vielen Kindern die Gelegenheit gegeben wird, die Geschichte ihrer Stadt kennen zu lernen.“

Aachens neues Stadtmuseum Centre Charlemagne führt auf rund 800 Quadratmetern multimedial durch die gesamte Stadtgeschichte. Einen Schwerpunkt bilden dabei die Geschichten und Legenden Karls des Großen. Das neu gestaltete museumspädagogische Konzept richtet sich an Vorschulen, Förder- und Grundschulen sowie alle weiterführenden Schulen und beinhaltet eine Führung durch die Dauerausstellung und das Geschichtslabor. Hier können die Kinder und jungen Erwachsenen in die Zeit der Karolinger um 800 nach Christus eintauchen und beispielsweise Objekte in den Abteilungen Kleiderkammer, Rüstkammer oder Scriptorium besichtigen und auch berühren. Zudem werden in der Museumswerkstatt parktisch-gestalterische Arbeiten mit den Kindern durchgeführt.

So ist zum Beispiel das Schreiben auf Pergament mit Feder in einem nach gebautem Schreibstuhl möglich, in welchem die Mönche vor hunderten von Jahren Schriftstücke verfassten. Speziell auf das Alter abgestimmte Programme werden schon für Kinder ab der Vorschule angeboten. „Gerne konzipieren wir in Absprache auch Spezialthemen“, erklärte Pia von Dorp, Leiterin Bildung und Vermittlung Route Charlemagne. „Mit unserem Programm „Museumskoffer“ besuchen wir auch Klassen in den Schulen und reisen gemeinsam mit den Kindern in die Zeit des frühen Mittelalters.“

„Dieses Angebot ist eine attraktive Erweiterung unseres Schwerpunktes „Lernen an außerschulischen Lernorten““, erklärte Jochen Geradts, Leiter des Rhein-Maas-Gymnasiums. „Im Rahmen einer Exkursion Objekte in ihrer Realität kennen lernen und Geschichte erleben, ist nicht nur für Schülerinnen und Schüler attraktiv, es macht das Lernen auch nachhaltiger und erfolgreicher.“