Aachen: Kesselwaggon verliert Aceton: Westbahnhof lange gesperrt

Aachen: Kesselwaggon verliert Aceton: Westbahnhof lange gesperrt

Weil aus einem Kesselwaggon eine explosive Flüssigkeit auslief, ist der Aachener Westbahnhof am Mittwoch vom Mittag für mehr als fünf Stunden bis etwa 17 Uhr gesperrt worden. Der Bahnverkehr wurde eingestellt und das Gelände abgeriegelt. Ungezählte Bahnreisende mussten auf Busse umsteigen. Der undichte Waggon wurde schließlich abgedichtet und auf ein Extragleis rangiert.

Der Alarm ging gegen 11.40 Uhr ein. Was folgte, bedeutete für Tausende von Bahnreisenden Wartezeiten und eine verspätete Ankunft am Reiseziel. Die Bahn richtete umgehend einen Ersatzverkehr zwischen Westbahnhof und Herzogenrath ein. Auch zwischen Aachen-Schanz und Hauptbahnhof pendelten Busse.

Betroffen waren die Fahrgäste des Regionalexpresses RE4 sowie der Regionalbahnen RB20 und RB33. Die Züge aus Mönchengladbach endeten in Herzogenrath, Züge von Köln und Stolberg her endeten am Aachener Hauptbahnhof. Der Regionalexpress 4 in Richtung Neuss stoppte nicht mehr am Westbahnhof, sondern fuhr durch.

Die Bahn informierte auf ihrem Twitteraccount @Regio_NRW und der Blitzübersicht für NRW auf bahn.de über das Geschehen. Zeitweise wurde von einer Sperrung bis mindestens 23 Uhr ausgegangen.

Ein leckendes Ventil an einem Kesselwagen war Auslöser des Einsatzes. Bei dem ausgetretenen Stoff handelt es sich nach Angaben des Einsatzleiters der Aachener Berufsfeuerwehr um Aceton. Dieses Lösungsmittel ist leicht entzündlich und bildet mit Luft ein explosives Gemisch. Es verdampft bereits bei 56 Grad Celsius. Der Güterzug, in den der Waggon eingestellt war, war unterwegs von Antwerpen nach Ludwigshafen am Rhein.

Die Bundespolizei ließ in Absprache mit dem zuständigen Notfallmanager der Deutschen Bahn die Bahnsteige räumen und sorgte für „großflächige Absperrungen“, wie ein Sprecher gegenüber unserer Zeitung angab. Eine Gefahr für Anwohner und Fahrgäste in Zügen bestand laut Feuerwehr nicht.

Im Einsatz waren rund 40 Kräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr Aachen sowie des städtischen Rettungsdienstes. Ein Experte für Kesselwagen und Spezialisten vom - ansonsten an dem Vorgang nicht beteiligten - Chemiekonzern Bayer Leverkusen untersuchten den Ort des Geschehens.

Der beschädigte Waggon wurde schließlich soweit abgedichtet, dass er auf ein sogenanntes Havariegleis rangiert werden konnte, wo er die Nacht über stehen bleiben sollte. Gegen 17.15 Uhr war die Gefahr gebannt, berichtete Lagedienstführer Nils Lapp von der städtischen Feuerwehr: „Der Kesselwagen ist abgedichtet.“

Für den Rest seiner geplanten Fahrtstrecke wurde er jedoch vorerst nicht wieder freigegeben. Am Donnerstag soll entschieden werden, ob der Waggon abgepumpt oder wieder vollständig reisefertig instandgesetzt werden soll.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Explosive Flüssigkeit: Westbahnhof gesperrt

(heck/tv)
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