Aachen: Keine Schmuddelecken mehr: Stadtteile verschönern

Aachen: Keine Schmuddelecken mehr: Stadtteile verschönern

„All eyes on Green Spots”, so lautet die Devise einer Maßnahme, die darauf abzielt, einerseits die Stadtteile Nord und Ost zu verschönern und andererseits Menschen, die lange arbeitslos sind, den Wiedereinstieg in Arbeitsabläufe zu ermöglichen.

Das Projekt hört auf den Namen „Biwaq“ (Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier) und wird aus Töpfen des Europäischen Sozialfonds sowie des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit mit 1,7 Millionen Euro gefördert.

Grüne Oasen (Green Spots) schaffen, kleine Verweilorte einrichten bis hin zum Eigenbau von notwendigem Mobiliar — so sieht konkret die Zukunft der Teilnehmer an „Biwaq“ aus. 240 Menschen werden bis 2018 dafür sorgen, dass viele Schmuddelecken in Aachen-Nord und Ost verschwinden. In den anfallenden Gewerken werden die Teilnehmer über Zeiträume von drei bis zwölf Monaten bei der Arbeit angeleitet.

Idealvorstellung ist die ein oder andere Übernahme in ein festes Arbeitsverhältnis. Im Vorfeld vermittelt das Jobcenter die Projektplätze und achtet darauf, dass vornehmlich Bewohner der beiden Stadtteile ausgesucht werden. Denn Nachhaltigkeit ist den Verantwortlichen wichtig: „Wir sind daran interessiert, dass die Arbeit der nächsten Jahre Früchte trägt und die Menschen in den Quartieren Nord und Ost die Idee fortführen“, erklärt Dieter Begaß, Leiter des Fachbereichs Wirtschaftsförderung der Stadt Aachen. Denn das Projekt selber wird nur bis 2018 angeboten.

Ehrenamtler gesucht

Um von Beginn an die Bewohner mitzunehmen, freut man sich bei „Biwaq“ deshalb über ehrenamtliche Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus den Stadtteilen. Flüchtlinge, die bereits einige Monate in Aachen sind und damit (beschränkten) Zugang zum Arbeitsmarkt haben, haben ebenfalls die Möglichkeit, mitzumachen.

Tom Hirtz, Leiter des Das Da Theaters in der Liebigstraße, freut sich über die rege Teilnahme beim offiziellen Startschuss für „Biwaq“ in seinem Haus. „Wir sind seit 20 Jahren trotz vieler Unkenrufe im Vorfeld hier heimisch und froh, für ein derartiges Unterfangen den Rahmen stellen zu können.“ Sein Theater ist dann auch sofort mit ganz konkreten Plänen für die verbesserte Gestaltung des theaternahen Umfeldes vorstellig geworden. „Wir stellen das Material! Als hier ansässiges Unternehmen möchten wir uns auf diese Weise beteiligen.“

„Sehr zur Nachahmung empfohlen“, findet Michael Olmels von low-tec, gemeinnützige Arbeitsmarktförderungsgesellschaft mbH Düren und neben dem Sozialwerk Aachener Christen für die Qualifizierung und die Beschäftigung der Teilnehmer verantwortlich. „Wir möchten die grünen Punkte so anordnen, dass eine Art Route erkennbar wird und die Stadtteile miteinander verwachsen“, plant er bereits etwas voraus.

Wer Ideen hat oder Orte vorschlagen möchte, an denen „Biwaq“ aktiv werden soll, kann sich jederzeit einbringen. Anruf genügt. Ein erstes Projekt nimmt schon erntereife Formen an. Inder Kleingartenkolonie Nordtal wurde eine verwilderte Parzelle wieder hergerichtet und trägt bereits erste Früchte.

Insgesamt soll nicht weniger als ein Imagewechsel der Stadtteile Nord und Ost vorbereitet werden. Dabei soll „Biwaq“ mit seinen Maßnahmen helfen. Alle Bürger sind herzlich eingeladen, mitzumachen. Aktiv oder als Ideengeber. Ansprechpartnerin ist Sabine Will unter Telefon 4327656 oder Sabine.will@mail.aachen.de.