Aachen: Keine gute Lage für den Einzelhandel

Aachen: Keine gute Lage für den Einzelhandel

Die Geschwindigkeit, mit der am Adalbertsteinweg immer wieder Geschäfte schlossen und neue öffneten, war schon enorm. „Wir hatten dort eine hohe Fluktuation in den letzten Jahren“, sagt Manfred Piana, Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes.

Das ist nun anders — und keineswegs besser: Denn reihenweise leere Ladenlokale prägen das Bild. Fast wöchentlich sind es neue Leerstände, die nicht nur dem Einzelhandelsverband auffallen. Doch dort wird nach den Hintergründen gefragt.

Gebummelt wird anderswo

Die Spurensuche am Adalbert-steinweg hat eine ganze Reihe Gründe ans Licht gebracht: Der Adalbertsteinweg ist keine Flaniermeile, wer einkaufen will, bummelt anderswo. Andererseits ist die Parksituation schwierig, den Weg ins Parkhaus Adalbertsteinweg/Friedrichstraße nehmen (zu) wenige Kunden in Kauf. Und auch der Lieferverkehr ist auf dem Adalbertsteinweg seit vielen Jahren ein Problem — für alle, die auf den Spuren insbesondere in Richtung City unterwegs sind. Hinzu kommen meist sehr kleine Ladenlokale, deren Gestaltung, so Piana, nicht mehr zeitgemäß sei. Das macht den Standort für Einzelhandel nicht attraktiver. Piana sagt: „Es gibt Lagen, die sich nicht mehr als Einzelhandelsstandort profilieren können.“

Im Einzelhandel werden Lagen normalerweise in 1a, 1b und eben schlechter klassifiziert. Der Adalbertsteinweg steckt mittlerweile tief in letzterer Kategorie fest. „Das sieht man auf den ersten Blick“, sagt Piana. Der Einzelhandel verteile sich nicht nur in Aachen auf attraktivere Lagen. „Wir sprechen doch mittlerweile vom Erlebniskauf. Einkaufen ist Freizeitgestaltung. Man kauft ein, geht einen Kaffee trinken, vielleicht etwas Essen und dann noch ins Kino oder ein Bier trinken“, erklärt er. Auf dem Adalbertsteinweg ist das kaum möglich.

Während es an der Ausfallstraßen für den Handel immer schwieriger wird, blühen laut Piana in der Innenstadt die Bereiche auf, in denen der Mix aus Gastronomie und Einzelhandel stimmen — etwa rund um den Fischmarkt. „Wir erleben einen Strukturwandel im Handel — an vielen Stellen der Stadt“, sagt er. Auf dem Adalbertsteinweg besonders rasant — und ohne gutes Ende.

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