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Fußball-Weltmeisterschaft in Katar: Kein Public Viewing in und an Cineplex-Kinos in Aachen und Alsdorf

Fußball-Weltmeisterschaft in Katar : Kein Public Viewing in und an Cineplex-Kinos in Aachen und Alsdorf

Dass der Winter nicht unbedingt zum gemeinsamen Fußballgucken im Biergarten einlädt, ist eine Sache. Dass viele Lokalitäten die Spiele der WM aber gar nicht erst zeigen wollen, die andere. Kino-Betreiber Sebastian Stürtz erklärt seine Gründe.

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar steht in den Startlöchern. So umstritten sie aufgrund von Menschenrechtsverletzungen und schlechten Arbeitsbedingungen bei dem Bau der Stadien auch ist, so unweigerlich rückt der erste Anpfiff am 20. November näher.

Einige Gastronominnen und Gastronomen in Aachen und Umgebung haben sich bereits klar gegen ein Public-Viewing-Angebot ausgesprochen (wir berichteten). Nun beziehen auch die Betreiber der Cineplex-Kinos in Aachen und Alsdorf Position.

„Generell veranstalten wir immer gern Public Viewings, seit 2002 machen wir das bereits in Alsdorf, seit 2006 in Aachen. Dieses Jahr ist es aber für uns keine Option“, erklärt Marketingleiterin Helen Dahlmann im Namen der Kino-Familie Stürtz.

Und dabei haben nicht etwa die steigenden Energiekosten in der Entscheidung eine Rolle gespielt: „Die Säle werden ohnehin täglich mit Filmen bespielt“, meint Dahlmann. Das hätte sich möglicherweise sogar positiv auf die Energiekosten auswirken können, da mehr Gäste beim Public Viewing in einem Saal weniger Heizleistung erfordern.

Eine ernsthafte Option sei dies dennoch nicht gewesen. „Die mehr als kritische Menschenrechtslage in Katar, besonders auch für Frauen, verbunden mit den vielen Toten während der Bauphase darf keine Grundlage für ein erfolgreiches Event sein“, so Dahlmann weiter.

Sie räumt zwar ein, dass die Möglichkeit des Public Viewings in den Kinosälen angesichts der Temperaturen eine gute Indoor-Alternative gewesen wäre. Die erdrückende menschenrechtliche Situation vor Ort habe da aber von vornherein keine Debatte zugelassen.

Die Kino-Familie zeigt sich zuversichtlich, dass sich in Anbetracht dessen das allgemeine Interesse an Public Viewing und der WM in Grenzen hält. „Zudem hoffen wir natürlich, dass auch die Gastronominnen und Gastronomen mitziehen und ein Mindestmaß an Werten über Profit stellen“, formuliert Dahlmann einen abschließenden Appell an die Betreiber anderer Lokalitäten.