Winterlauf: Kein Fall für Sonnenschein-Läufer

Winterlauf : Kein Fall für Sonnenschein-Läufer

Die einschlägigen Wetterapps versprechen nichts Gutes, leichter Regen bei null Grad ist für den kommenden Sonntag angekündigt. Doch wer am Winterlauf der Aachener Turn-Gemeinde (ATG) teilnimmt, stellt sich ohnehin auf etwas extremere Bedingungen ein.

Zum 56. Mal werden am 16. Dezember um 11 Uhr im Vichtbachtal die Aktiven auf die mehr als 18 Kilometer lange Strecke geschickt, und allein die Anzahl der Veranstaltungen drückt dem Wettbewerb zumindest den Stempel „etabliert“ auf. In Wahrheit ist der ATG-Winterlauf eine Kultveranstaltung par excellence.

Wer öfter teilgenommen hat, kann seine eigene Geschichte erzählen. Der eine hat sich mit Müllsäcken vor dem strömenden Regen geschützt, die andere hatte den letzten Shuttle-Bus am Chorusberg verpasst, wieder andere hatten sich die Strecke nicht so anspruchsvoll vorgestellt und mussten nicht nur geographisch manches Tal durchlaufen auf dem Weg hin zum Zielort, dem vereinseigenen Gelände am Chorusberg. Spätestens nach der Hälfte der Strecke im Brander Feld merkt der Großteil der Teilnehmer, auf was er sich da eingelassen hat. Hat man dann aber die letzte Spitzkehre ins Stadion hinein auf die Aschenbahn am Chorusberg genommen, hat man die absolvierte Zeit sofort vor Augen. Und wer noch die Kraft aufbringt, hört den Stadionsprecher und Cheforganisator Günter Drießen, der scheinbar jeden Läufer persönlich begrüßt, Ansprechpartner für alles und jeden ist und bereits die ersten Siegerehrungen vornimmt, während der Großteil des Feldes noch unterwegs ist.

Bei aller Qual zuvor sprechen die Gesichter im Ziel eine begeisterte Sprache, neben der Freude, das Ziel erreicht zu haben überwiegt bei den meisten der Stolz, diese Herausforderung (wieder einmal) bewältigt zu haben. Sie alle kommen jedes Jahr wieder, nicht wenige haben 20 oder 30 Mal mitgemacht.

Das Teilnehmerfeld erreicht bereits seit vielen Jahren die Obergrenze von 2500 spielend. Drießen bedankt sich auch in diesem Jahr im Vorfeld bereits für die Unterstützung von Anwohnern und Sponsoren, die seit langem treu an der Seite der ATG stehen und dafür sorgen, dass der positive Eindruck des Winterlaufs jedes Jahr aufs Neue bestätigt werden kann.

Drießen ist froh, in der Techniker Krankenkasse, Nobis, Drucks und Preim treue Hauptsponsoren zu haben, ohne die solch ein Lauf nur schwer möglich ist. Natürlich ist auch die Lebenshilfe wieder dabei, einerseits mit dem traditionell am Parkplatz Monschauer Straße aufgebauten Verpflegungsstand und andererseits mit der einzigen Staffel des Teilnehmerfeldes. Am Ende profitiert auch die Aachener Lebenshilfe von der großen Beliebtheit des Winterlaufs, geht doch ein Euro pro Startnummer und die darüber hinaus eingesammelten Spenden in jedem Jahr an die Organisation.

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