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Stadtarchiv Aachen: Katholisches Fürsorgeheim für Männer

Stadtarchiv Aachen : Katholisches Fürsorgeheim für Männer

1922 wurde das Karl-Joseph-Heim in der Heinrichsallee als katholisches Fürsorgeheim für Männer eröffnet. Das Stadtarchiv hat ein historisches Foto des Gebäudes in seinen Beständen.

Das Aachener Stadtarchiv zeigt aus seinen Magazinen regelmäßig interessante Stücke als Archivale des Monats. Im Monat Juni ist es ein Foto des Karl-Joseph-Heims in der Heinrichsallee 56 in Aachen.

Am 30. Juni 1922 wurde das Haus seiner Funktion übergeben. Das Katholische Männer-Fürsorgeheim war von seiner Ortsgruppe Aachen eröffnet worden. Nach mehreren Umbenennungen besteht der Verein heute unter der Bezeichnung „SKM – Katholischer Verein für soziale Dienste in Aachen“ weiter. Die Ortsgruppe hatte sich am 18. Juni 1912 gebildet, nachdem ihre Gründung vom Vinzenzfürsorgeverein angeregt worden war. Der neue Verein war in Aachen überpfarrlich organisiert.

Der Katholische Männerfürsorgeverein sollte die vielen sozialen Initiativen fortsetzen, die insbesondere durch katholische Laien seit Mitte des 19. Jahrhunderts angeregt wurden. Noch 1912 schloss sich die Aachener Ortsgruppe dem im selben Jahr gebildeten Bundesverband an und wurde somit zu einem der Gründungsmitglieder des Dachverbands der katholischen Männerfürsorgevereine.

Im Oktober 1920 trug sich der Verein in das Aachener Vereinsregister ein und erwarb das Haus in der Heinrichsallee 56. Dort richtete man eine Obdachlosenunterkunft für männliche Jugendliche ein. Im Jahr 1952 gingen hieraus ein Aufnahmeheim und die Jugendschutzstelle hervor, die im Hinterhof des Hauses Platz fanden. Männliche Jugendliche, die ihr familiäres Umfeld verlassen mussten, wurden hier aufgenommen.

Im Januar 1925 kaufte der Verein auch das Nachbarhaus mit der Nummer 58 und richtete dort ein Obdachlosenheim für männliche Erwachsene ein. Auch dieses trug den Namen Karl-Joseph-Heim. Die Obdachloseneinrichtungen wurden von der Genossenschaft der Franziskanerbrüder Bleyerheide in den Niederlanden geleitet.

Die historischen Gebäude in der Heinrichsallee wurden 1960 abgerissen und durch einen Neubau abgelöst. Im März 1964 wurde dort das „Altenheim Heilig Geist“ eröffnet. Dieses Gebäude wurde im Jahr 2000 ebenfalls abgerissen und durch den heute an der Heinrichsallee 56 stehenden Bau ersetzt, der 2003 fertiggestellt wurde.

Die Jugendschutzstelle und das Aufnahmeheim bestanden nach dem ersten Neubau Anfang der 1960er-Jahre zunächst weiterhin im Hinterhof des Gebäudes. Während das Aufnahmeheim bereits 1968 wegen sinkender Nachfrage geschlossen wurde, blieb die Jugendschutzstelle Karl-Joseph-Heim bestehen. Sie wurde als Übergangsheim für gefährdete Jugendliche betrieben. Im März 1983 durch einen Brand zerstört, wurde sie nicht wiedereröffnet. Stattdessen wurden die wiederhergestellten Räume für die Betreuung von Seniorinnen und Senioren hergerichtet. Damit endete die Geschichte des Karl-Joseph-Heims in Aachen. Die Geschichte der sozialen Einrichtung für Hilfsbedürftige an dieser Stelle setzt sich jedoch bis heute fort.

(red)