Karnevalist Dirk von Pezold will Hospizstiftung Aachen unterstützen

Unterstützer für CD-Projekt gesucht : Gute-Laune-Lieder helfen dem Hospiz

„Das Sterben gehört zum Leben und schließt das Lachen nicht aus.“ Dieser Gedanke steht hinter dem jüngsten Projekt des Aachener Karnevalisten und langjährigen Ehrenpräsidenten des AKV, Dirk von Pezold: Gemeinsam mit dem Chor „Capella a Capella“ und den Kindern der Domsingschule singt er derzeit eine CD mit Öcher Liedgut ein, deren Erlös der Hospizstiftung Region Aachen zugute kommen soll.

„Mit zunehmendem Alter hat mich der Hospizgedanke immer stärker beschäftigt“, sagt von Pezold und meint, dass gute Laune und Hospiz kein Widerspruch sein müssen.

Das sieht auch Boris Bongers, zweiter Vorsitzender der Hospizstiftung Region Aachen, so. Er hat den Karneval bereits 2006 als Prinz Boris I. ins Hospiz Haus Hörn gebracht und freut sich heute über die geplante CD. Auch ihm liegt das Öcher Liedgut in besonderem Maße am Herzen. „Manches lässt sich in Öcher Platt besser sagen“, meint von Pezold. Er hofft, dass die CD dazu beiträgt, die alten Lieder auch außerhalb des Karnevals lebendig zu halten.

„Die Kinder der Domsingschule jedenfalls sind mit Feuereifer bei der Sache“, sagt Schulleiterin Irma Wüller. „Die Texte in Öcher Platt lernen sie problemlos nach Gehör“, erzählt sie weiter. Und von Pezold ist dankbar, dass der Nachwuchs mit im Boot sitzt. „Es gibt nichts Schöneres für alte Menschen als Kinderstimmen zu hören“, sagt er.

Für den Chor „Capella a Capella“ sei diese gemeinsame CD eine ganz wunderbare Herausforderung, meint Chormitglied Martin Wüller. Denn Songs, die von Pezold traditionell gemeinsam mit einer Big Band gesungen habe, müssen nun neu arrangiert werden. Und zwar so, dass „Capella a Capella“ den Part der Big Band übernimmt. Alle zeigen sich optimistisch, dass das gut funktionieren wird. „Va ooet op nöi (von alt nach neu) – mehr Öcher Lieder für die neue Generation“ ist der Projekttitel der CD, die Anfang November herauskommen soll.

Um sie zu finanzieren, läuft derzeit ein „Crowdfunding“ über die Aachener Bank. Auf der Plattform „Aachener Spendierbütt“ kann für die CD gespendet werden, die Aachener Bank verdoppelt die eingehenden Beträge. Den Anfang hat die diesjährige Thouet-Mundartpreisträgerin Elfriede Schulz bereits gemacht: Sie hat die Hälfte ihres Preisgeldes für das Projekt zur Verfügung gestellt. Auch Tim Hammer, Kuratorium Hospizstiftung, unterstützt die CD. 15.000 Euro braucht es, um sie zu realisieren. Die Sänger verzichten ihrerseits auf eine Gage und treten alle unentgeltlich an.

Neben fröhlichen Liedern, zum Teil aus dem Karneval, finden sich auch nachdenkliche Texte und Melodien. Nicht fehlen darf natürlich der Klassiker „Lennet Kann“. Besonders aktuell erscheint nach Meinung aller Beteiligten „Autofreie Stadt“, gesungen auf die Melodie von „All you need is love“ (3 Atömchen). Weitere Lieder sind „Ballade vom Orjelsmann“, „Minge Nonk uus Ponk“ und „Et jölde Hazz“. Auch ein „Jupp-Schollen-Potpourri“ ist geplant. Insgesamt werden 16 Lieder eingesungen – ein bunter Strauß an Melodien, wie alle Beteiligten meinen.

Dass sich von Pezold offiziell von Fernsehauftritten verabschiedet hat, heißt also ganz offensichtlich nicht, dass er die Hände in den Schoß legen will. Der Gedanke, etwas für alte und hilfsbedürftige Menschen zu tun, hat ihn nun nach eigenen Worten wieder auf den Plan gerufen.

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