Viele Gäste bei der Walheimer Gala-Kostümsitzung in Aachen

Erste Walheimer KG : Im „Dorf“ feiert man nun mal in Rot-Weiß

Alles rot, alles weiß: Die Wände und Decke des Festzeltes, die schwebenden Luftballons und Regenschirme, die Gardenuniformen und das Wappen der „Ersten Walheimer KG“. Wirklich alles war rot-weiß bei der Walheimer Gala-Kostümsitzung. Fast alles.

Ein junges Mädchen in blauer Uniform schummelte sich in die Bambinigarde. „Sie ist von den ,Orjenal Mönster Jonge‘“, erklärte Moderator und Ehrenvorsitzender Volker Raskopp. Denn schon seit vielen Jahren kooperieren die Karnevalsvereine aus Walheim und Kornelimünster im Nachwuchsbereich.

Und genau diesen Nachwuchs schickten die Veranstalter als erstes auf die Bühne. Neben der Bambinigarde begeisterten auch die Kinder- und Jugendgarde mit Jugendmarie Lara, die hauseigene Showtanzgruppe „Community Kids“ sowie Tanzmariechen Jasmin.

Walheim sei ein Dorf, meinte Pressewartin Ivanka Hoffmann. „Und deshalb feiern wir hier Dorfkarneval.“ Was das heißt? Etwas weniger Menschen und ein kleineres Zelt, aber dafür kennt jeder jeden. „Wir vom Vorstand kennen mindestens die Hälfte des Publikums“, erläuterte Hoffmann. Es bedeutet aber auch, dass sich die Personenzahl nahezu verdoppelte, als der Öcher Prinz Tom I. samt Hofstaat und Prinzengarden-Kapelle das Festzelt betrat. Zwar war das Walheimer Zelt gut besucht, das Gefolge des Prinzen aber auch riesengroß. „Va Oche“ und „Europa alaaf“ trällerte der Prinz gutgelaunt, nachdem das Prinzenpaar tanzend sein Können zum Besten gab. Als Belohnung erhielt das Paar ein Fass Bier – Dorfkarneval eben.

Während „Ene Jong uss dem Levve“ die Hunderten Jecken in Party- und Schunkelstimmung versetzte, brachte die Öcher Büttenrednerin Anne Vogd das Publikum mit Geschichten über Zugfahrten, Datenschutz und ihren Mann zurück auf die Stühle. Nun wurden statt der Steh- und Tanzmuskeln die Lachmuskeln trainiert. „Ich bin die Frau, von der viele sagen: Kenn ich nicht“, stellte sich die Kabarettistin vor.

Mit den Auftritten des Tanzcorps Fidele Fordler, der Prinzengarde Brander Stiere sowie dem Lichtenbuscher Dreigestirn besuchten auch einige Gastvereine die Gala-Kostümsitzung. „Die Kolibris“ und „Die Blömcher“ heizten die Walheimer mit bekannten Karnevalshymnen ein.

Nicht nur mit dem Programm, auch mit der Zuschauerzahl waren die Organisatoren zufrieden. Dass die Sitzung sich finanziell nicht mehr selbst trägt, sei Nebensache, sagte Hoffmann. „Auch wenn es teuer ist, anstrengend und aufwendig, wir machen es trotzdem“, betonte die Pressewartin. „Denn es ist Karneval.“ Und das gehört eben zum Walheimer „Dorf“.

Mehr von Aachener Zeitung