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Hochstimmung beim Bäckerball im Eurogress in Aachen

Hochstimmung im Eurogress : Aachener Bäcker rühren wieder mal die richtige Mischung an

„Super Stimmung, super Programm und: Im nächsten Jahr kommen wir wieder.“ Das war der Tenor der Gäste nach dem Bäckerball im Eurogress. Offensichtlich haben die Organisatoren bei der Programmgestaltung wieder einmal ein glückliches Händchen bewiesen.

Der ganze Europa-Saal schunkelte, schaukelte und präsentierte sich als eine einzige wogende Menge. Nur Comedian John Doyle hatte es schwer, sich Gehör zu verschaffen. Als einziger Wortbeitrag stand sein Auftritt unter schwierigen Vorzeichen, aber: Doyle ließ nicht locker und sicherte sich nach und nach seine Zuhörerschaft.

Dass der Bäckerball nicht nur einfach Bäckerball heißt, sondern tatsächlich auch von Bäckern organisiert wird, ist laut Bäcker- und Konditoren-Innung gar nicht so bekannt. Der erste Elferrat der Bäcker ging aus einem Gesangsverein hervor, im Laufe der Jahre entwickelte sich der Karnevalsverein immer weiter. Inzwischen ist der Bäckerball längst eine feste Größe im Öcher Karneval.

Der gesamte Eurogress brummte, als der Elferrat seinen Einzug hielt. Denn nicht nur im Europa-Saal wurde gefeiert, auch Brüssel-Saal und Foyer befanden sich in den Händen der Jecken. So beherrschten allerlei seltsame Gestalten das Geschehen: Von den Heiligen Drei Königen über FBI-Agenten, Ärzten, Schlümpfen, US-Soldaten, einer kompletten Rugby-Mannschaft bis hin zu einem Tannenbaum auf zwei Beinen war alles vertreten, was man sich an Kostümen nur so vorstellen kann.

Jecker Moderator: Präsident Michael Nobis moderierte gewohnt schwungvoll den Bäckerball, der seit Jahren zu den größten Aachener Karnevalsfeten der Session zählt. Foto: Andreas Steindl

Im Europa-Saal nahm das Sitzungsprogramm derweil seinen Lauf. „De Mädsche“ kamen nicht nur bei Präsident Michael Nobis gut an. „Live, lässig und lustig“, kommentierte er nach dem Auftritt der fünf jungen Damen aus Eschweiler. Ihr Beitrag sei auch deshalb so wichtig, weil er den Anteil der Frauen auf der Bühne erhöhe. Die fünf Mädsche jedenfalls rockten, was das Zeug hielt, und ließen hier und da mal durchblicken, dass sie auch Tanzmariechen sein könnten. Mit Blick auf die bunte Musikauswahl trafen sie ebenfalls ins Schwarze, und da war die Frage „Habt Ihr noch Lust?“ eigentlich völlig überflüssig. Eine Zugabe war auf jeden Fall fällig.

Neben solch jungen Gruppen prägten natürlich auch die altbekannten Größen das Programm. Wenn „Die 4 Amigos“ die Bühne betreten, dann wird es nostalgisch, dann wird geschwoft und geschunkelt und Öcher Platt gesungen. Das Publikum kennt die Lieder längst und singt aus vollem Halse mit. „Die Choreografie klappt noch immer nach 25 Jahren, Bodenturnen inklusive“, staunte Nobis im Anschluss, und meinte damit wohl die Liegestütz, die die vier Freunde da mal eben so „vorturnten“. Ihre Texte sind in höchstem Maße „original Oche“, und das kam beim Publikum natürlich super gut an.

Explosiver Hexenkessel

„TN Boom“ verwandelte die Bühne wenig später in so etwas wie einen explosiven Hexenkessel. Hier tanzten junge Leute verschiedener Nationalitäten einen feurigen Mix, der das Publikum im wahren Wortsinn in Atem hielt. Ganz offensichtlich hatte die Gruppe Fans im Publikum, die ihren Auftritt ganz besonders unterstützten. Und als die Tänzer sich zum Schluss am Boden drapierten, wirkten sie wie eine Glut aus Feuer und Asche. „Super professionell und großartig“, fand das auch Michael Nobis. Er freute sich zudem, dass „die Gruppe inzwischen fester Bestandteil des Programms ist“.

Ob „De Wahner Wibbelstetze“, „De Weisweiler“, „ArchPoPeng“ oder „De Originale“: Beim Bäckerball gab es auch in diesem Jahr ein Highlight nach dem anderen. Und vor allem Karnevalisten wie Dirk von Pezold und „Capella a Capella“ trafen auf ein gut gelauntes Publikum, das immer wieder Zugaben einforderte und an Applaus nicht sparte.

Kein Wunder also, dass die Zuschauer zum Teil jetzt schon wissen, dass sie im nächsten Jahr wieder dabei sein wollen. Und das gilt auch für Annette Lehfeldt und ihre sechs Freundinnen: Sie waren als Raben gekommen, und ihr schwarzes Gefieder und die schwarzen Schnäbel machten auch sie zu etwas ganz Besonderem an diesem Abend.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Der ganze Europa-Saal schunkelte und schaukelte beim Bäckerball