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Aachen als erste "Närrisch-Europäische Kulturstadt" ausgezeichnet

Einladung nach Brüssel : Aachen ist jetzt die Nummer 1 im jecken Europa

Keine Jeckerei: Aachen ist in Europa die Nummer 1. Und zwar als „Närrisch-Europäische Kulturstadt“. Denn diese Auszeichnung ist am Mittwoch in Brüssel zum allerersten Mal vergeben worden – an Aachen und den Festausschuss Aachener Karneval (AAK), der die Stadt in der Landesvertretung NRW dort repräsentierte.

Dazu hatte die Präsidentin der Närrisch-Europäischen Gemeinschaft (NEG), Petra Müller, die Aachener Delegation in die belgische Hauptstadt mit Sitz des Europäischen Parlaments eingeladen. Also packte AAK-Präsident Frank Prömpeler einen Reisebus voll mit dem Musikzug der KG Lichtenbusch, dem Richtericher Stadtteilprinzen Daniel II. (Fichte) sowie der Siegerin beim Ball der Mariechen, Wiebke Beckers, reiste nach Brüssel und nahm dort freudestrahlend die Urkunde aus den Händen von Petra Müller entgegen.

Die Närrisch-Europäische Gemeinschaft, der sie vorsteht, pflegt das traditionelle Volksbrauchtum Kulturgut Fasching, Fastnacht und Karneval. Erst 2019 wurde beschlossen, jährlich eine Närrisch-Europäische Kulturstadt zu küren. „Damit wollen wir den Reichtum, die Vielfalt und die Gemeinsamkeiten des närrischen Kulturgutes in Europa herausstellen und einen Beitrag zu einem besseren Verständnis in Europa leisten“, erklärte Müller. „Die Entscheidung für Aachen fiel der Jury leicht: Aachen und der AAK sind in Deutschland und Europa fest mit der karnevalistischen Tradition vereint. Aachen ist eine, wenn nicht die große närrische Hochburg in Deutschland. Karneval ist fest verwurzelt in der Stadt, in den Schulen, in der Bevölkerung und natürlich in den angeschlossenen Vereinen“, begründete Müller die Wahl.

„Die Auszeichnung passt in unsere facettenreiche Europastadt Aachen“, zitierte Frank Prömpeler Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp in seiner Dankesrede. „Wir freuen uns, dass die Arbeit, die wir hier im Dreiländereck leisten, so gewürdigt wird“, fügte der AAK-Präsident hinzu. Explizit möchte er die Ernennung zur Kulturstadt als Auszeichnung für die ganze Region auch jenseits der Staatsgrenzen verstanden wissen. Schließlich nehmen auch regelmäßig zahlreiche belgische und niederländische Gruppen am Aachener Rosenmontagszug teil.

Doch als Dankeschön hatte Prömpeler nicht nur Worte, sondern auch ein jeckes Programm der mitgereisten Karnevalisten im Programm. Sein Fazit: „Wir haben gut was losgemacht in Brüssel.“

Empfang und Tagung in Aachen

Als Närrisch-Europäische Kulturstadt wird der AAK gemeinsam mit der NEG am 12. Januar 2020 einen Jubiläumsempfang zum 50-jährigen Bestehen der NEG im Aachener Rathaus ausrichten. Dabei wird das Jahr der Aachener Regentschaft als Kulturstadt offiziell eröffnet und erstmals die Ehrung „Engagiert – Freiwillig – Närrisch-europäisch“ vergeben. Damit sollen Personen, Institutionen, Verbände oder Vereine geehrt werden, die sich durch herausragendes Engagement für das Brauchtum in Europa auszeichnen. „Bürgerschaftliches Europa-Engagement in der Narretei ist so vielfältig wie Europa selbst: Ob im Bereich Tanz, Bütt, Musik, Häs- und Maskenträger, Traditionschors, Gesang, ob als Einzelperson oder in einer Gruppe, ob in kleinen oder großen Projekten und Aktionen, einmalig oder langfristig“, beschrieb Müller. Das Engagement unterscheide sich jeweils im Detail, doch eines gelte für alle europäischen Narren: Sie alle setzten Zeit, Kreativität und Energie zur Förderung des Europagedankens in der Gesellschaft ein und setzten damit auch ein Zeichen für Solidarität in Europa. Der Preis ist mit einem Preisgeld von 500 Euro dotiert.

Zudem findet im Mai 2020 die jährliche Frühjahrskonferenz der NEG in Aachen statt. Dabei soll auch der Nachfolger Aachens als Närrisch-Europäische Kulturstadt 2021 gekürt werden. Gleichzeitig tagen Vertreter der europäischen Karnevalsmuseen und der Archive in Aachen. „Ein großes Netzwerk europäischer Kulturarbeit wird sich Gedanken darüber machen, wie die karnevalistischen Traditionen, Bräuche nicht nur erhalten, sondern auch immer wieder einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können“, betonte Müller.

Doch schon zuvor wird die NEG im Öcher Fastelovvend Präsenz zeigen – nämlich in Form eines gemeinsamen Sessionsordens von AAK und NEG sowie durch eine europäische Abordnung beim Aachener Rosenmontagszug.

Alle Kriterien, Bewerbungsmöglichkeiten und weitere Informationen zur Ausszeichnung „Engagiert – Freiwillig – Närrisch-europäisch“ sind im Internet unter www.n-e-g.eu zu finden.