Karlspreis 2019 geht an UN-Generalsekretär António Guterres

Preisträger 2019 : UN-Generalsekretär António Guterres bekommt den Karlspreis

Als „Mann der Solidarität, Humanität und Toleranz“ wird UN-Generalsekretär António Guterres mit dem Karlspreis 2019 ausgezeichnet.

Aus Sicht des Karlspreisdirektoriums, das die Entscheidung bereits vor mehr als einer Woche einstimmig getroffen hat, steht der 69-jährige Portugiese für ein europäisches Gesellschaftsmodell, das offen und solidarisch ist und auf die Zusammenarbeit der Völker setzt. So drückte es Jürgen Linden, Vorsitzender des Direktoriums, aus, der die Entscheidung am Dienstag gemeinsam mit dem Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp bekanntgab.

Guterres fasse die großen Probleme dieser Welt als Gemeinschaftsaufgabe auf, er reise daher unermüdlich um die Welt, um Bündnisse zu schaffen, zu mahnen und zu ermutigen. Er stehe gegen Abschottung und Protektionismus, unterstrich Linden, der in diesem Zusammenhang auch den „Trump­ismus und Putinismus“ sowie das Erstarken weiterer nationalistischer und rechtspopulistischer Kräfte in Europa nannte. Demgegenüber wolle das Karlspreisdirektorium den Multilateralismus propagieren, der zum freien Welthandel beitrage und „den wir mit dieser Auszeichnung ebenfalls bejahen“.

Lobend hob Linden insbesondere auch Guterres’ Plädoyer für den Klimaschutz und dessen Vorlage für den Migrations- und Flüchtlingspakt hervor. Er begreife die Migration als Chance für beide Seiten – die Menschen, die ihren Wohnort verlassen und diejenigen, die sie aufnehmen. „Er fordert Solidarität und Mitgefühl im Alltag, Dialog und Respekt über politische Gräben hinweg“, heißt es in der Begründung des Direktoriums.

„Riesige Aufgabe“

Der frühere Regierungschef von Portugal und einstige Parteivorsitzende des Partido Socialista (PS) ist im Januar 2017 in der Nachfolge von Ban Ki-moon zum neunten Generalsekretär der Vereinten Nationen gewählt worden. In dieser Position kämpfe er heute auch um die Existenz der UN. Es sei eine „riesige Aufgabe“, die Idee dieser „altehrwürdigen und unverzichtbaren Institution“ aufrechtzuerhalten, so Linden.

In einer ersten Reaktion habe sich Guterres hocherfreut über die Entscheidung geäußert und zugleich erklärt, die Auszeichnung eigentlich gar nicht zu verdienen. Bis zu einer endgültigen Zusage musste er zunächst noch klären lassen, ob er in seiner Position den Preis überhaupt annehmen dürfe. Erst Dienstagfrüh kam seine Bestätigung, am 29. und 30. Mai das Karlspreisprogramm absolvieren zu können und am Himmelfahrtstag die Auszeichnung entgegenzunehmen. Wer die Laudatio halten wird, steht noch nicht fest. Guterres ist der erste Portugiese, der den Karlspreis erhält.

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