Aachen: Karlsfest mit Würstchen und Met im Rathaus

Aachen : Karlsfest mit Würstchen und Met im Rathaus

„Traditionen müssen gepflegt werden“ , sagte Oberbürgermeister Marcel Philipp. Er stellte mit einer ganzen Schar von Mitveranstaltern das Programm des diesjährigen Karlsfestes am Sonntag, 28. Januar, vor. Das Fest findest seit dem Mittelalter jährlich zum Todestag Karls des Großen statt, der im Jahr 814 starb.

Nach dem Pontifikalamt, das um 10 Uhr beginnt, ziehen Gläubige und Geistlichkeit vom Dom ins Rathaus. Von der Rotunde im Elisenbrunnen aus ziehen zeitgleich Mitglieder der Karlsschützen in die gute Stube der Stadt.

In bunter Uniform beschützen die Recken der Rathausgarde Oecher Duemjroefe den Eingang des hohen Hauses. Ihr Vertreter Harald Hacketal bezeichnet die prächtige Garde lächelnd als „Schweizer Garde des Oberbürgermeisters“.

Der könnte zudem eine Putzkolonne gebrauchen, muss doch sein Büro sauber und aufgeräumt den Blicken der Aachener Bürger standhalten, die hier an diesem besonderen Tag und im ganzen Rathaus freien Eintritt haben. Wie immer gehören auch freie Rathausführungen zum Programm. Die Limburger Ritterschaft wird mit befreundeten Ritterschaften im und um das Rathaus für Folklore sorgen.

Es gibt Tänze in mittelalterlichen Kostümen und Gaukeleien, sogar ein Falkner wird mit seinen edlen Vögeln präsent sein. Ritter Lothar Albrecht verspricht spannendes Spektakel. Um 12 Uhr tagt die Generalversammlung der Karlsschützen öffentlich im Krönungssaal. Ein echtes Gewohnheitsrecht, das seit dem Mittelalter gilt. Hier gibt es Ansprachen von Bischof Dr. Helmut Dieser und dem Oberbürgermeister. Der Präsident der Karlsschützengilde, Robert van Eisern, freut sich besonders auf die Ehrung der bundesweit erfolgreichen Jungschützen.

Es werden nach und nach bis zu 4000 Besucher erwartet. Wer Hunger mitbringt, wird nicht enttäuscht werden. Die Aachener Fleischerinnung bietet wie jedes Jahr die unvergleichliche Karlswurst an. Der Brander Metzgermeister Lothar Koch stellt die Kräutermettwurst nach Vorgaben der karolingischen Landgüterverordnung her. Die setzte vor über 1200 Jahren fest, nach welchen Kriterien der Hofstaat des großen Karl zu bewirten sei. Außerdem gibt es Bratäpfel mit einer raffinierten Printenfüllung und das gute Met der Limburger Ritterschaft.

Auch die Karlsschützen bieten Getränke an. Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes übernehmen hier den Service. Sollte jemand umfallen durch zu viel Met und Wurst, wird das rote Kreuz sein an solchen Tagen übliches Kerngeschäft ebenfalls übernehmen und Kranke wieder auf die Beine stellen.

Der Erlös aus dem Verkauf von Speis und Trank wird dem Karlsverein zur Verfügung gestellt. Der steckt das Geld dann in die Erhaltung des Rathauses.

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