Aachen: Karl der Große wird zum 1200. Todestag ein Musical-Star

Aachen: Karl der Große wird zum 1200. Todestag ein Musical-Star

„Nomen est omen“, klar. Der Aachener Dr. Karl Frenzel hat zu Ehren seines kaiserstädtischen Namensvetters ein einzigartiges musikalisches Werk komponiert. Titel: „Karl der Große — das Musical“. Der Allgemeinmediziner und Musiker schrieb in den vergangenen 15 Jahren 30 Songs, die im Karlsjahr 2014 zum 1200. Todestag des Frankenherrschers auf die Bühne gebracht werden sollen.

„Damit erfüllt sich ein Traum“, sagt Frenzel. „Ich bin überglücklich, dass wir hochprofessionelle Mitstreiter gefunden haben, um dieses Projekt tatsächlich zu verwirklichen“, freut sich der 41-Jährige. Geplant ist, Karls Musical auf die Bühne im Veranstaltungsraum „Space“ des Ludwig Forums an der Jülicher Straße zu bringen. Mindestens 20 Vorstellungen soll es geben — möglichst im offiziellen Rahmenprogramm der freien Kulturszene zum Karlsjahr.

„Wenn die Basis für weitere Erfolge gelegt ist, kann man danach auch über größere Veranstaltungsorte mit höherer Zuschauerkapazität nachdenken“, erklärt Aachens Kulturmanager Rick Takvorian. Musicalfans erinnern sich an die bundesweiten Schlagzeilen, die „Gaudi“ vor 20 Jahren nach der opulenten Premiere im Theater Aachen geschrieben hat. Doch bislang zeigte der Musentempel keinerlei Interesse an „Karl der Große — das Musical“ . Was Frenzel schade findet. „Aber vielleicht kommt das ja noch“, hofft er.

Nicht nur Musikprofi Takvorian ist von Frenzels Songs angetan. Alles in deutscher Sprache, mit vielen historischen Bezügen zu Karls Biografie, mit Titeln wie „Du hast einen Platz“, „Kaiserkrönung“ und „Aquisgranum“. Sogar das Domkapitel signalisierte Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Wobei die Musik luftig, leicht, zuweilen sehr emotional und theatralisch klingt — typisch Musical eben. „Viele, die meine Stücke gehört haben, fühlen sich an den Sound von Andrew Lloyd Webber erinnert — wobei ich mich keinesfalls mit diesem unerreichten Weltstar messe, der Publikumserfolge wie Cats, Phantom der Oper und Starlight Express geschaffen hat“, sagt Frenzel.

Zu den Machern des Aachener Musicals zählt Autor Wolfgang Ardenberg, der die Hamburger Erfolgsshows „Rocky“ und „Titanic“ verantwortet. Die Arrangements für die fünfköpfige Live-Band entwickelt Christian Klinkenberg. Erste Kostümentwürfe stammen aus der Feder des Aachener Modeschöpfers Christophe Thouet. „Alles fügt sich zusammen, nun hoffen wir auf finanzielle Unterstützung“, sagt Frenzel. Je nach Produktionsaufwand — also Komplexität der Bühnenbilder, Kosten der technischen Ausstattung, Zahl der Mitwirkenden etc. — seien Produktionskosten zwischen 20 000 und 200 000 Euro denkbar, kalkuliert der Initiator. Allein bei der Qualität der Besetzung akzeptiert Frenzel keine Abstriche. „In Frage kommen nur professionelle Musical-Darsteller. Unser Anspruch ist hoch“, betont Frenzel, der zuletzt ein Album mit dem Titel „Tiefseetaucher“ veröffentlichte.

Am 30. Juni läuft die Frist ab, bis zu der sich Kulturschaffende aus der freien Szene bei der Stadt um Fördermittel für Projekte bewerben können, die ins Rahmenprogramm des Karlsjahres passen (kulturservice@mail.aachen.de).

Insgesamt 50.000 Euro stehen bislang für sämtliche Vorhaben bereit. Nun will der Aachener Kulturbetrieb zusätzliche Landesmittel abschöpfen. Damit sich wirklich irgendeine Tür zum Musical „Karl der Große“ im LuFo öffnen kann. Und sich der Aufwand rechnet.

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