Aachen: Kappesball-Macher präsentieren neues Programm

Aachen : Kappesball-Macher präsentieren neues Programm

Wenn das Kappesball-Ensemble zu seiner Vorstellung des neuen Programms einlädt, dann ist nur die Ungewissheit gewiss. Denn die Akteure präsentieren nicht nur seit Jahren die alternative Karnevalssitzung in Aachen, auch geladene Medienvertreter werden immer wieder aufs Neue Zeuge eines etwas anderen Pressetermins.

Der Tradition entsprechend auch dieses Mal. Statt der Veranstalter selbst wurden kurzerhand die anwesenden Pressevertreter zur Konferenz gebeten. Inhalt der ernsthaften Sitzung: der Öcher Karneval und seine Entwicklung.

Fachwissen für die Runde

Michael Dannhauer von „Hoppla — das Duo“ moderierte die Talkrunde in der Kappertzhölle und erhielt dabei Verstärkung von Thorsten Neumann, dem zweiten Teil des Duos. In der Gestalt von Heinrich Schnützer, Redakteur des Topmagazins „Kamelle und Co.“, brachte er das nötige Fachwissen mit in die Runde. Schließlich wurde nicht nur über fehlende Tanzmariechen und Stimmungssänger philosophiert, es ging um Großes. Den „Öcher Kappes Presse Fluppet“ — kurz ÖKPF. Die begehrte Trophäe konnte nur einer gewinnen.

Doch bevor der Sieger gekrönt wurde, jagte auf der Bühne ein „kultureller Höhepunkt den nächsten“ wie Dannhauer betonte. Das Öcher Original Kurt Radermacher und die Öcher Russin Liza Kos verblüfften mit einer akustischen Darstellung unter dem verheißungsvollen Titel „Das Oberhemd als Ausdruck der Seele“. Sprachlosigkeit und ausufernde Begeisterung.

Ebenso wie bei Deana Kozsey und Holger Ehrich. Als „Duo Diagonal“ präsentierten sie die große Hypnose und verblüfften durch extreme Körperbeherrschung. Beim Kappesball ist eben für jeden Kopp etwas dabei. „Auch in der Session 2018 wartet auf das Publikum ein höllisch guter Abend. Das gilt für Fans des politischen Kabaretts genauso wie für Karnevalsliebhaber. Frech, scharfzüngig, bisweilen böse, aber immer komisch — so treten die Kappesköppe auf“, sagte Dannhauer.

Doch bevor er vom Thema abschweifte, wurde es spannend. Der ÖKPF, die Trophäe für herausragende journalistische Berichterstattung im Karnevalswesen, ging an Heinrich Schnützer. Anerkennender Applaus und fröhliches Händeschütteln folgten. Die Originalität, mit der der Kappesball immer wieder für neue, komödiantische Höllenritte sorgt, ist eben genauso Tradition, wie die Tatsache, dass vor ihrer gesellschaftskritischen Satire niemand sicher ist.

Auch die Medien nicht.