Kanalerneuerungen und neue Versorgungsleitungen im Aachener Stadtteil

Baumaßnahmen der Stawag/Regionetz : Burtscheid wird zur Großbaustelle

Autofahrer, die im Herzen von Burtscheid wohnen, sollten sich schon mal gut überlegen, wo sie in den kommenden beiden Jahren ihre Wagen parken. Die Stawag/Regionetz muss entlang mehrerer Straßen sowohl Kanäle als auch Versorgungsleitungen erneuern. Das geht teilweise nur unter Vollsperrung.

Burtscheids Straßen und Gassen sind teilweise verwinkelt, historisch und geradezu malerisch  – aber auch eng. Als das Haus „Verkensloch“, Aachens ältestes Haus aus dem Jahr 1490, und andere Häuser im Bereich Dammstraße, Bendstraße und Hauptstraßen erbaut wurden, hat an Parkplätze für Anwohner, an Fernwärme und Versorgungsleitungen noch niemand gedacht. Das macht die Arbeit von Dagmar Kreitz-Schmelzer und Christian Stein von der Regionetz GmbH nicht gerade einfach. Denn sie müssen sich um zwei Großbaustellen kümmern, die in den kommenden beiden Jahren den Stadtteil prägen werden.

Ab Montag, 23. September, beginnen in Burtscheid mehrere, aufeinander abgestimmte Baumaßnahmen, erklärt Eva Wußing, Pressesprecherin der Regionetz. Den Anfang machen Arbeiten in der Küpperstraße, wo sowohl Kanal als auch Versorgungsleitungen erneuert werden. Weiter geht es dann in der Bendstraße bis hoch zur Kasinostraße. „Wir gehen von einer Bauzeit von etwa acht Monaten aus“, erklärt Dagmar Kreitz-Schmelzer. Knifflig werde das Ganze in den engen Straßen vor allem, weil rettungstechnische Aspekte berücksichtigt werden müssen. „Wir werden in kurzen Abschnitten von 20 Metern arbeiten, und zwar unter Vollsperrung“, sagt die Bauleiterin.

Parken wird schwierig

Der Anwohner- und Lieferverkehr bleibe in den betroffenen Straßen jedoch von beiden Seiten jeweils bis zum Baufeld frei. Parken dürfte in dieser Zeit in dem Bereich jedoch noch schwieriger werden als sonst: „Parkmöglichkeiten im öffentlichen Verkehrsraum entlang der Baumaßnahme müssen leider entfallen.“ Man werde aber alles daransetzen, möglichst wenig Platz für die Bauarbeiten selbst und die dazu benötigten Baumaterialien und Fahrzeuge in Anspruch zu nehmen.

Das ist der von den Baumaßnahmen betroffene Bereich im Aachener Stadtteil Burtscheid. Foto: grafik

Das gilt auch weitestgehend für die Baustelle, für die Christian Stein mit seinem Team zuständig ist. Die Maßnahme beginnt am 7. Oktober an der Ecke Dammstraße/Burtscheider Markt. Auch hier werden Versorgungsleitungen gelegt und Hausanschlüsse erneuert. „Die alten Leitungen sind teilweise aus den 50er, 60er Jahren“, sagt Stein. Außerdem soll das Fernwärmenetz, das vom Krugenofen aus ein Stück weit an der Hauptstraße verlegt worden ist, erweitert werden. Anders als bei der ersten Baumaßnahme sei es bei der Dammstraße möglich, mit einer halbseitigen Sperrung zu arbeiten. „Damit die Straße in beiden Richtungen befahrbar bleibt, wird eine Baustellenampel eingerichtet.“ Auch Stein betont, dass man versuchen wolle, die Parkplätze so gut es geht zu erhalten. Für vorhandene Behindertenstellplätze, die eventuell nicht benutzbar sind, werden so nah wie möglich Ersatzparkplätze eingerichtet.

Diese zweite Baumaßnahme soll aller Voraussicht nach im Frühjahr 2021 abgeschlossen sein, wie Stein erläutert. „Doch gibt es noch einige Unwägbarkeiten, die wir noch nicht genau einkalkulieren können“, räumt er ein. Beispielsweise hätten unter Umständen auch die Archäologen noch ein Wörtchen mitzureden. Immerhin finden die Baumaßnahmen im historischen Stadtgebiet von Burtscheid statt.

Wenn in Aachen gebaut wird, dann ist auch immer wieder eine mögliche Offenlegung von Bächen ein Thema, so auch in Burtscheid. „Es gibt zwar noch keine konkreten Pläne zu einer Offenlage eines bestimmten Bachs“, sagt Christian Stein. Doch gebe es bereits erste Überlegungen, zumindest abschnittsweise, Wasser erlebbar zu machen. „Und darum werden wir uns darum bemühen, mit unserer Fernwärmeleitung so zu verfahren, dass man sich mit einem möglichen Bachlauf nicht in die Quere kommt.“

Auch wenn die weiterführenden Planungen noch nicht ganz abgeschlossen sind, kann man sich zumindest im Bereich der Hauptstraße – immerhin Aachens steilste Straße – auf einige gestalterische Änderungen einstellen. Angedacht ist wohl, das Pflaster durch Asphalt zu ersetzen. „Das glatte Kopfsteinpflaster ist bei schlechtem Wetter offenbar so ein Problem, dass die Müllwagen des Stadtbetriebs nicht hochkommen“, verrät Christian Stein.

Kostenpunkt: 2,5 Millionen Euro

Noch nicht ganz klar ist, wie teuer die Baumaßnahmen insgesamt sein werden – eben auch wegen möglicher Verzögerungen durch archäologische Ausgrabungen. Doch aktuell plant die Regionetz mehr als 2,5 Millionen Euro ein. Darin inbegriffen sind dann die gesamte Bauzeit und „alle Medien wie Gas, Strom, Fernwärme und Kanal“, erklärt Regionetz-Sprecherin Wußing.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit– das zeigt die Erfahrung von anderen Baumaßnahmen – wird es auch im Laufe der nächsten Monate und Jahre immer wieder Fragen und Kritikpunkte der Anlieger und Anwohner geben. Dafür stellt die Regionetz eine Hotline zur Verfügung. Für Rückfragen der Bürger ist die Regionetz entweder telefonisch unter 0241/1811444 oder per E-Mail an baustelle@regionetz.de erreichbar. Auf der Internetseite des Unternehmens gibt es aktuelle Informationen zu den Baumaßnahmen.

www.regionetz.de

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