Aachen: Kampf um Mindestlöhne auch in Kurkliniken und „Franziskus”

Aachen: Kampf um Mindestlöhne auch in Kurkliniken und „Franziskus”

Großreinemachen soll die Devise für die Servicekräfte in den örtlichen Hospitälern der Franziskanerinnen von der Heiligen Familie jetzt lauten - wenn es um die einheitliche Ausstattung der Lohntüten geht.

Denn nach wie vor, kritisieren die Gewerkschaften, könne von einem allgemeinverbindlichen Tarifgefüge für die Reinigungsdienste in Franziskus-Krankenhaus, Schwertbad und Rheumaklinik keineswegs die Rede sein.

Gleiche Arbeit, weniger Lohn

Die drei Häuser gehören bekanntlich besagtem Orden mit Sitz im Eifelort Mayen an - ebenso wie das St. Franziskus Seniorenzentrum in Würselen. Aber: Kurz nachdem die Franziskanerinnen vor rund sechs Jahren auch die Burtscheider Kurklinken übernommen hatten, wurden diverse Dienstleistungen in die eigenständige Gesellschaft „Hospital und Pflegezentren Service GmbH” (HPS), ebenfalls mit Hauptsitz in Mayen, ausgegliedert.

Damit hätten auch die Reinigungskräfte heute zwar alle denselben Arbeitgeber - „aber die Bezahlung wird völlig unterschiedlich gehandhabt, obwohl alle exakt der gleichen Tätigkeit nachgehen”, kritisiert Martina Weber-Spies, Gewerkschaftssekretärin bei der IG Metall Aachen.

Mit deren Unterstützung will eine 60-jährige HPS-Mitarbeiterin, die bereits lange vor der Neustrukturierung im Würselener Seniorenheim beschäftigt war, jetzt notfalls vor Gericht ziehen.

„Wir fordern ganz klar, dass alle Reinigungskräfte der HPS wenigstens den gesetzlichen Mindestlohn für Gebäudereiniger von 8,40 Euro erhalten”, konkretisiert Martina Weber-Spies. Derzeit liege der Verdienst „bei 7,80 Euro die Stunde - wenn es hoch kommt; andere Kolleginnen bekommen sogar lediglich knapp über sieben Euro”.

„Sauber Verhältnisse” gefordert

Und HPS wolle sich auch künftig allenfalls am Mindestlohn im Gaststättengewerbe - derzeit 7,62 Euro - orientieren. Auch die - eigentlich zuständige - IG-Metall-Schwester Verdi fordert nach eigenem Bekunden seit langem „saubere Verhältnisse” in Sachen Hygienekräfte. „HPS sollte endlich Bereitschaft zeigen, einen neuen Tarifvertrag für alle Mitarbeiterinnen abzuschließen - und zwar direkt mit Verdi”, sagt Gewerkschaftssekretär Harald Meyer.

HPS-Geschäftsführerin Sabine Gerharz erklärt auf Anfrage unserer Zeitung immerhin, „dass wir derzeit intensiv an der einheitlichen Gestaltung arbeiten. Wir sind da in jedem Fall gesprächsbereit, und ich denke, dass wir gemeinsam eine gute Lösung für alle Beteiligten finden werden”.

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