Aachen: Kaiserplatz-Galerie: Mehr Stahl und ein neuer Eigentümer

Aachen: Kaiserplatz-Galerie: Mehr Stahl und ein neuer Eigentümer

Viel Glas, mehr Metall riesige runde Formen — und ein neuer Eigentümer: Nach monatelangen Diskussionen steht nun fest, wie die Fassade der Kaiserplatz-Galerie aussehen soll. Die Investoren ECE und Strabag Real Estate konnten sich im Architektenbeirat nicht mit ihrer Idee durchsetzen, das 290 Millionen Euro teure Shopping-Projekt in „kleinteilige parzellenbezogene Gestaltungsansätze“ zu hüllen.

Dabei hätte die Front Richtung Kaiserplatz und Adalbertstraße — die ja ohnehin durch einige nicht in das Bauprojekt integrierte alte Geschäftshäuser unterbrochen wird — „kleine vorgebaute Ladenfassaden erhalten“, wie ECE-Sprecher Christian Stamerjohanns erklärt. Doch jener Entwurf ist endgültig vom Tisch. „Das Center nimmt die ursprüngliche Idee einer Großform auf“, erläutert er am Montag.

Nur das Eckhaus bleibt stehen: An der Ecke Adalbertstraße/Harscamp-straße sollen kleine Geschäftshäuser entstehen. Foto/Grafik: Esser/ECE

Dabei öffnet sich die Fassade mit großzügigen Zugangsbereichen und verglasten Flanken zum Kaiserplatz und zum Kugelbrunnen. Stamerjohanns: „Um den energetisch schädlichen Wärmeeintrag durch die Verglasung zu optimieren, wird die Fassade in Teilbereichen mit Metallelementen geschlossen. Der obere Fassadenbereich, hinter dem sich die Parkebenen befinden, tritt über eine teilweise gerundete beziehungsweise zurückgesetzte Fassade zurück.“

Dieser Entwurf, der jetzt nach einem „konstruktiven Dialog zwischen dem Fachgremium und den Planern der ECE“ abgesegnet wurde, stärke die Einheitlichkeit des Gebäudes, heißt es. Man berücksichtige zudem die Höhe der Nachbarhäuser. Trotz der futuristischen Hülle für die 29.230 Qua-dratmeter Verkaufsfläche gelte folgender Grundsatz: „Besondere Beachtung wurde dem sensiblen Umgang mit den Anschlüssen des Centers an das denkmalgeschützte Haus in der Adalbertstraße 70 zuteil“, teilt Stamerjohanns mit.

Ganz anders soll der Häuserblock am Kugelbrunnen zwischen Harscampstraße und Adalberts-berg aussehen. Der gigantische ovale Baukörper wird hier nicht fortgesetzt. Stattdessen überzeugte ECE die Stadt „mit einer kleinteiligen, sich an der bestehenden Parzellenstruktur orientierten Bebauung“. Diese „maßstäblich sensible Planung“ füge sich harmonisch in die Umgebung ein.

Baudezernentin Gisela Nacken zeigt sich mit der Architektur zufrieden, die bei einer inoffiziellen Vorabpräsentation bereits den Planungsausschuss überzeugt habe: „Für beide Gebäude wurde eine eigene Sprache gefunden, die jeweils auf den Ort und die Nutzung reagiert“, resümiert sie. In den kommenden Wochen und Monaten sollen — neben den archäologischen Grabungen — die Abrissarbeiten fortgesetzt werden. Bis zum Jahresende soll die riesige Baugrube ausgehoben sein. Der eigentliche Hochbau der Kaiserplatz-Galerie ist ab 2014 geplant. Schon zum Weihnachtsgeschäft sollen Ende 2015 Kunden in bis zu 130 Geschäfte strömen.

ECE und Strabag, die Grundstücke und Galerie-Bauvorhaben vor einigen Monaten nach jahrelangen Verzögerungen übernommen hatten, haben außerdem einen neuen „Endinvestor“ gefunden: die KG Farmsen, eine Beteiligungsgesellschaft der Familie Otto mit weiteren „institutionellen und privaten Investorenpartnern“. KG Farmsen sei bereits Eigentümer von 13 weiteren ECE-Centern, rechnet Stamerjohanns vor. ECE betreibt insgesamt 187 Einkaufszentren in 17 Ländern. Ziel bei der Aachener Kaiserplatz-Galerie sei eine langfristige Partnerschaft, betont Stamerjohanns.

Zügige Realisierung

Oberbürgermeister Marcel Philipp begrüßt das Engagement der KG Farmsen: „Ich freue mich, dass die Entscheidung zu Gunsten eines Investors gefallen ist, der in der Vergangenheit bewiesen hat, dass er es ernst meint, wenn er von einem langfristigen Investment redet.“ Weitere Verzögerungen erwartet er nicht, im Gegenteil: „Das Engagement der Familie Otto ist der Garant für eine zügige Realisierung und den nachhaltigen, attraktiven Betrieb des Centers. Dies ist für Aachen die beste aller denkbaren Lösungen.“ Man werde nun kurzfristig „den Prozess zum Wechsel des Maßnahmenträgers in die Wege leiten“ — und dies im Rahmen der nunmehr festgelegten architektonischen Vorgaben.

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