Aachen: Kaiserplatz: Auch Querdenker sollen ihren Beitrag leisten

Aachen: Kaiserplatz: Auch Querdenker sollen ihren Beitrag leisten

Vorweg gilt: Tabus gibt es nicht. Das Credo lautet: Vorfahrt für kreative Ideen! Mit einer neuen Veranstaltungsreihe möchte der Bund Deutscher Architekten Aachen (BDA) seinen Beitrag dazu leisten, Lösungswege für Problembereiche der Innenstadt zu erarbeiten.

Auftakt der Reihe „Denkwerk: Stadt“ ist am kommenden Samstag, 14. November. Beim ersten Workshop geht es um den Bereich Kaiserplatz, Stift-straße, Promenadenstraße, Gasborn und Heinrichsallee. Im leerstehenden Ladenlokal von „Strauss“ in der unteren Adalbertstraße werden Stadtplaner, Architekten, Kunsthistoriker, Künstler und „Querdenker“ ab 10 Uhr darüber diskutieren, wie sich der Bereich rund um St. Adalbert positiv entwickeln kann.

„Der BDA hat nicht die fachliche Kompetenz, Lösungen zu finden, die nur Sozialarbeiter, Sozialpädagogen und Suchtexperten erarbeiten können“, sprechen die Initiatoren konkret das umfassende Problemfeld Drogenszene an. „Wir wollen uns auf unser ureigenstes Metier beschränken, liebenswerte und lebenswerte öffentliche Räume zu schaffen für die Bürger der Stadt.“ Eine „positive bauliche Entwicklung könne mithelfen, auch das negative soziale Umfeld nicht weiter ausufern zu lassen“.

Der Kaiserplatz sei „alles andere als ein Entree in die Innenstadt“, sagt BDA-Vorsitzender Professor Klaus Klever. Eine „Neuformulierung der Bebauung“ könnte als Tor zur Innenstadt konzipiert werden. Über die Zukunft der Adalbertskirche müsse ebenso nachgedacht werden wie über Zukunft und Nutzung der Bebauung auf dem Felsen. Allerdings dürfe der Kaiserplatz nicht isoliert betrachtet werden.

Klever: „Die Heinrichsallee wird einer Analyse unterzogen werden müssen, ob eine Entwicklung im Sinne der ehemaligen Promenade mit Endpunkt am Kaiserplatz wiederherstellbar ist.“ Das Projekt „Denkwerk: Stadt“ setzt vor allem auch auf die Kompetenz der Bürger selber. „Experten vor Ort“ nennt Klaus Klever das und hofft auf Anregungen aus der Bürgerschaft (Mail: bda@fischerarchitekten.de).

Der Tag beginnt mit Kurzreferaten unter anderem von Kunsthistoriker Dr. Dirk Tölke, Monika Krücken (Abteilungsleiterin Denkmalpflege der Stadt Aachen), Pfarrer Claus Wolf (St. Adalbert) und Regina Poth (Planungsamt der Stadt). Ab 11.30 Uhr ist „Brainstorming“ unter Beteiligung des interessierten Publikums gefragt.

Nach einer Ortsbesichtigung geht es dann in kleinen Projektgruppen weiter. Konzentrierte Arbeit brauche Ruhe, sagt Klaus Klever. Daher sei bei diesem Punkt die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Ganz bewusst habe man aber als Veranstaltungsort das leerstehende Ladenlokal gewählt worden. Die Arbeit der Gruppen könne durch das Schaufenster beobachtet werden.

Wie Experten vieler Fachrichtungen und interessante „Querdenker“ über die Zukunft des Kaiserplatzes und seines Umfeldes denken, das wird Gegenstand der öffentlichen Ergebnispräsentation mit anschließender Diskussion um 19 Uhr sein.

(alp)
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