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Aachen: Kaiserliche Legion grüßt bald auf dem Katschhof

Aachen : Kaiserliche Legion grüßt bald auf dem Katschhof

Wer in Sachen Karl bestmöglich aufgestellt sein will, muss den großen Frankenkaiser bestmöglich aufstellen — und was Wittenberg mit „seinem“ Luther konnte oder Trier mit „seinem“ Karl, dem Marx, das können die Aachener allemal. Dachten sich ein paar kreative Köpfe in den Marketing-Abteilungen der Stadt.

Und konnten den prominenten Wertheimer Bildhauer Ottmar Hörl für eine etwas andere Neuauflage seiner erfolgreichen Projekte in Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz gewinnen: 500 Kunststoff-Figuren des Frankenkaisers sollen in der zweiten Aprilhälfte 2014 auf dem Katschhof quasi als spektakuläre Vorhut der drei großen Ausstellungen zum 1200. Todestag Karls des Großen präsentiert werden.

Hörl hat auf ähnliche Weise unter anderem bereits dem großen Reformer Martin Luther und dem Philosophen Karl Marx ein, nein viele kleine Denkmäler gesetzt. Nicht von ungefähr soll das Projekt in der Kaiserstadt freilich unter dem Titel „Mein Karl“ an den Mann und die Frau gebracht werden. Denn es steht und fällt im Wortsinn mit dem Engagement der Bürger. Die sollen die Finanzierung der kaiserlichen Legion nämlich als stolze Paten ihres Stadtpa-trons sichern, wie OB Marcel Philipp, Schirmherr der Aktion, am Freitag im Rathaus verkündete.

„Wir sind sicher, dass wir mit Hilfe der Aachener — das können Privatpersonen sein oder Firmen und Initiativen aller Art — ein einmaliges Bild zwischen Dom und Rathaus inszenieren können, das mindestens bundesweit für Aufmerksamkeit sorgen wird“, sagte Philipp.

Bereits ab kommender Woche können alle Interessierten ein Exemplar der urigen Kaiserfiguren über den Aachen Tourist Service (ats) erwerben — Kostenpunkt: 375 Euro, inklusive Mehrwertsteuer und späterer Verwendung als „Hingucker“ an möglichst vielen Ecken der Stadt. Apropos: Ein bisschen lokalpatriotischer Vorschusslorbeer darf in punkto Optik dabei sein. Momentan nämlich tüftelt Meister Hörl noch am Prototypen — sozusagen dem kaiserlichen Erlkönig.

Fest steht einstweilen, dass jedes der identischen Objekte aus glasfaserverstärktem rotem Kunststoff gefertigt, einen Meter groß sein und vom Künstler persönlich signiert und nummeriert wird. Allein die ersten zehn Standbilder, die in goldener Farbe ausgeführt werden, sind bereits reserviert, erklärte „ats“-Geschäftsführer Werner Schlösser.

Nach der zweiwöchigen Präsentation auf dem Katschhof kann und soll jeder Pate ,seinen‘ Karl nach Belieben in seinem Vorgarten, im Schaufenster oder im Hotel-Foyer präsentieren — und damit einen eigenen Beitrag zum Erfolg des Karlsjahres leisten. „Wir wollen, dass die Aachener damit viele fröhliche, humorvolle Akzente bei den Feierlichkeiten zum 1200. Todesjahr setzen“, sagte Dr. Jutta Bacher, Leiterin der städtischen Marketingabteilung. Damit das gelingt, werden die Figuren während des zweiwöchigen „Aufmarschs“ zwischen Dom und Rathaus selbstverständlich rund um die Uhr bewacht, versprach Schlösser.

Und konnte am Freitag im Rathaus bereits die ersten Kaufangebote entgegennehmen. Auch Wolfgang Winkler, Geschäftsführer des Aquis Grana Hotels, und Mark Walmrath vom Vorstand des Märkte- und Aktionskreises City unterstrichen ihre Begeisterung prompt per Bestellung.

Sie unterstützen die Aktion ebenso wie die Werbeagentur Power + Radach, die für das Marketing verantwortlich zeichnet und zurzeit eine eigene Internet-Seite erstellt, sowie die Kaufplattform des Zeitungsverlags Aachen, „Oecher Deal“ (www.oecherdeal.de), über die man Karls Ebenbilder ebenfalls in Kürze bestellen kann. Und sollten die vorgesehenen Kapazitäten in Sachen Kunsterwerb schneller gesprengt werden als erhofft: Im Zweifel hätte der Katschhof locker Platz für weit mehr fürstliche Figuren, versichert Werner Schlösser ...