Aachen: Kaffee ist das Symbol für fairen Handel

Aachen: Kaffee ist das Symbol für fairen Handel

Mit einem winzig kleinen Ladenlokal und nur einem einzigen Produkt — Kaffee — hat sie angefangen, die Erfolgsgeschichte des Weltladens Aachen. Vor 35 Jahren fanden sich 15 engagierte Menschen aus dem Umfeld der Katholischen Hochschulgemeinde und dem Arbeitskreis Entwicklungshilfe Aachen-Brand zusammen und gründeten Aachens ersten Weltladen.

Ver.di-Chef Frank Bsirske rief zugleich die Kommunen in die Pflicht und forderte die Eltern auf, bei den Arbeitgebern Druck zu machen: „Lassen Sie nicht zu, dass die Arbeitgeber versuchen, den Konflikt auf Ihrem Rücken und dem Ihrer Kinder auszusitzen. Wenden Sie sich an Ihren Oberbürgermeister, Bürgermeister, Landrat, an die Vorsitzenden der Stadt- und Gemeinderats- sowie Kreistagsfraktionen, damit diese ihren Einfluss im Arbeitgeberverband zur Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe nutzen.“

2015 ist das Sortiment deutlich größer geworden: 1500 Produkte, Kaffee, Saft, Taschen, Schmuck, Kleidung aus 57 Ländern sind im Weltladen zu finden. Auch farblich hat sich viel getan: Fritz Bock, Geschäftsführer des Weltladens, erinnert sich, dass die Farben der früheren Weltladenprodukte noch viele Kunden abschreckten. Einen regelrechten Boom hat der Fairhandel erst in den letzten zehn Jahren erlebt. Vielleicht ist dies auch ein Grund dafür, dass sowohl die Produktauswahl als auch die Produktvielfalt deutlich zugenommen hat. Scheidt verweist in diesem Zusammenhang auch auf Aachen als „Fairtradetown“, als Stadt des Fairen Handelns. Viele Restaurants und Einzelhandelsunternehmen hätten mittlerweile eine größere Auswahl fairgehandelter Produkte im Angebot.

Nicht nur im Laden sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter, 50 an der Zahl, aktiv. Besonders wichtig ist ihnen auch die Bildungsarbeit in den Schulen. Dabei geht es einerseits um Unterrichtseinheiten, andererseits auch um den „Fair-O-Maten“. Die Snackautomaten, die mittlerweile in zehn Schulen in Aachen stehen, werden von schülergeführten Fairhandels-AGs mit Fairtrade-Produkten bestückt. Drei weitere seien „in der Pipeline“, so Bock mit einem zufriedenen Lächeln.

Jan Konwinski ist seit Gründung des Weltladens, damals noch am Pontdriesch, dabei. Doch nicht nur er ist eine Konstante in der Geschichte des Ladens „Wir arbeiten heute noch mit Handelspartnern zusammen, die seit den 1980er-Jahren dabei sind“, betont er und hebt demonstrativ eine Kaffeepackung in die Höhe. Denn auch, wenn es heute nicht mehr nur fairgehandelten Kaffee in dem deutlich größeren Laden in der Jakob-straße gibt, ist er doch nach wie vor ein Produkt, dass man — neben Schokolade — am ehesten mit dem Fairtradehandel verbindet.