Aachen: Kabeldieb muss für neun Monate in Haft

Aachen: Kabeldieb muss für neun Monate in Haft

Das Amtsgericht Aachen hat einen mehrfach vorbestraften 43-Jährigen wegen gewerbsmäßigen Kabeldiebstahls zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten verurteilt. Die wird er jetzt auch absitzen müssen, denn diesmal gab es die Strafe nicht mehr zur Bewährung.

Dem Mann konnten mehrere Diebstähle auf der Bahnstrecke Aachen-Köln zwischen dem Bahnhof Aachen-Rothe Erde und dem Haltepunkt Eilendorf nachgewiesen werden. In einem Fall hatte er auch ein für ihn wertloses Lichtwellenleiterkabel gestohlen. Durch diese Kabeldiebstähle war es im Juli und August zu zahlreichen Zugausfällen und erheblichen Verspätungen im Bahnverkehr gekommen.

In der Nacht zum 13. August hatte die Bundespolizei den Mann zwischen Aachen Rothe-Erde und Eilendorf auf frischer Tat ertappt und festgenommen. Schon damals war man ziemlich sicher, den Dieb gefasst zu haben, auf dessen Konto zwei weitere Taten am 30. Juli und am 6. August gingen. Auch diese beiden Kabeldiebstähle hatten zu erheblichen Zugverspätungen im Berufsverkehr auf der Strecke Aachen-Köln und zu Zugausfällen geführt.

Überführt wurde der Tatverdächtige schließlich aufgrund mehrerer Umstände: Zum einen hatte er die Angewohnheit, immer in der Nacht zum Dienstag zuzuschlagen. Beim ersten Raubzug am 30. Juli hatte er zudem seine Stirnlampe verloren, an der DNA sichergestellt worden war. Die konnte ihm jetzt zweifelsfrei zugeordnet werden. Und schließlich passten die Schnittkanten an den Trennstellen der Kabel genau zu einem Werkzeug, das bei einer Durchsuchung seiner Wohnung gefunden wurde. Der Haftrichter hatte den Festgenommenen dann auch am 13. August direkt in Untersuchungshaft geschickt.

Der jetzt wieder Verurteilte war für die Polizei kein Unbekannter. Erst Anfang Juni war er aus der Haft in Aachen entlassen worden, wo er unter anderem Wegen Diebstahls eingesessen hatte. Danach hatte er gleich wieder seine alte Tätigkeit aufgenommen. Die Ergebnisse seiner nächtlichen Streifzüge, darunter alle Arten von Buntmetall und auch Alufelgen, hatte er bei seinem Schrotthändler zu Geld gemacht.

Ob er gegen das Urteil Rechtsmittel einlegt, steht noch aus. Da der Deutschen Bahn durch diese Taten ein erheblicher Schaden entstanden ist, muss sich der Mann dafür auch noch zivilrechtlich verantworten.